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Meerbusch
Hakenkreuze-Skandal: Schule erstattet Anzeige

Meerbusch. Die Schulleitung der Maria-Montessori-Gesamtschule hat nach dem Skandal um aufgesprühte Hakenkreuze, pornografische Symbole und Beleidigungen gegen eine Lehrkraft zusammen mit der betreffenden Lehrerin Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Von Sebastian Peters

Das hat Schulleiter Klaus Heesen gestern auf Anfrage mitgeteilt. Er rechnet fest damit, dass die Täter aus Reihen der eigenen Schülerschaft kommen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten Zehntklässler in der Nähe der Schule gefeiert, am Mittwochmorgen wurden die Schmierereien wie "Fuck you", gefolgt vom Namen einer Lehrerin, auf dem Schulhof entdeckt. Die Schülervertretung (SV) der Schule hat den Fall gestern zum Anlass genommen, sich über die Lautsprecher an der Schule zum Fall zu melden. Auch bei den Schülervertretern herrscht Bestürzung.

Der Schulleiter der Maria-Montessori-Schule rechnet fest damit, dass die Täter aus der eigenen Schülerschaft kommen. FOTO: Falk Janning

Schulleiter Heesen wirft den Tätern "Dummheit" vor, glaubt aber nicht, dass die Hakenkreuze aus einem politischen Hintergrund heraus gesprüht worden sind. Auch glaubt Heesen, dass mehrere Schüler schon im Vorfeld von der geplanten Tat wussten und die Täter decken würden.

Für Wirbel sorgt an der Schule auch die spontane Absage der für den gestrigen Freitag geplanten Schulfeier für die Absolventen der zehnten Klasse. Eltern meldeten sich bei Heesen, teilweise auch bei unserer Redaktion. Dem Schulleiter wird vorgeworfen, die zehnte Klasse in "Sippenhaft" zu nehmen, obwohl offenbar nur wenige Schüler beteiligt waren.

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Susanne Jabs-Niebels, Mutter eines Zehntklässlers, kritisiert die Entscheidung, den kirchlichen Gottesdienst sowie die festliche Zeugnisausgabe im Foyer der Schule mit den Eltern komplett abzusagen. "Sechs Jahre hat mein Sohn auf der Schule verbracht. Er hat sich als Busbegleiter, Sanitäter und in der Technik-AG starkgemacht. Drei Jahre war ich in der Schulpflegschaft aktiv. Als Dankeschön wird mein Sohn sein Zeugnis abholen. Die Schüler, die sich nicht rühren, bekommen das Zeugnis postalisch zugestellt. Für den Festakt hat sich die ganze Familie in den Shoppingwahnsinn gestürzt. Neuer Anzug für den Sohn, schickes Kleid für die Mutter und auch der Vater bekam ein neues Hemd mit Krawatte. Wenn den Familien Unkosten entstanden sind, dürfen diese bei der Schule wohl eingereicht werden", schreibt die Mutter.

Schulleiter Klaus Heesen zeigt Verständnis für die Reaktion der Eltern. "Aber nach diesem Vorfall konnten wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Es soll ein Signal sein, keine Bestrafung." Viele Schüler der zehnten Klasse hätten ihm gesagt, dass sie keine Lust auf eine Feier hätten. Die meisten der Zehner, die an den Feierlichkeiten beteiligt waren, werden die Schule in der Oberstufe weiter besuchen. Nur einige wenige, die nicht zufriedenstellende Abschlüsse schafften, hätten sich danebenbenommen, glaubt Heesen. Er will den Dialog mit den Eltern und Schülern in den kommenden Tagen suchen. Er wünsche den Eltern, dass sie mit den Kindern bei privaten Feiern den Schulabschluss feiern können. "Ich bin nach wie vor stolz auf unsere Zehntklässler, die meisten haben in ihrer Schulzeit Tolles geleistet."

Quelle: RP
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