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Meerbusch
Hallenbad: Kaum Angebote von Firmen

Meerbusch. Deutlich weniger Firmen als erwartet haben sich an der Ausschreibung für den Bau des Hallenbades Büderich beteiligt. Dies bedeutet schon jetzt Mehrkosten von erneut 248.000 Euro: Mittlerweile soll das Bad sieben Millionen Euro kosten. Von Sebastian Peters

Am Anfang war von sechs Millionen Euro die Rede, zuletzt von 6,7 Millionen Euro, jetzt sind es knapp sieben Millionen Euro. Die geplante Sanierung des Hallenbads Büderich wird teurer. Das ist das Ergebnis der ersten Ausschreibungen, die die Stadt jetzt in den Unterlagen für den am Donnerstag tagenden Hallenbad-Ausschuss (16 Uhr, Sitzungssaal, Dr.-Franz-Schütz-Platz) präsentiert. In Relation zur letzten Kalkulation sind derzeit Mehrkosten von 248.000 Euro zu erwarten, dies bedeutet eine Abweichung von 3,7 Prozent.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage sagt: "Es gab deutlich weniger Angebote als gedacht." Für manche Gewerke sei nur ein Angebot eingegangen. "Ein richtiger Preiswettbewerb ist damit nur bedingt zu erzielen", heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Viele Baufirmen hätten derzeit eine gute Auftragslage, deshalb hätten sich auch weniger Firmen an den Ausschreibungen beteiligt.

Die Verwaltung warnt die Politik aber zeitgleich davor, das Projekt vorerst zu stoppen: "Dies würde bedeuten, dass die Zuschlagsfristen bei den ausgeschriebenen Gewerken ablaufen und dann neu auszuschreiben wäre. Das wird dann durch den Zeitablauf mit Sicherheit nicht preiswerter", heißt es in der Vorlage. "Wenn man eine dauerhafte Schließung des Bades vermeiden möchte, ist die Sanierung daher zwingend vorzunehmen."

Das Hallenbad ist 1964 errichtet worden und das städtische Gebäude in Meerbusch, das den höchsten Energiebedarf hat. Allein schon aus diesem Grund sieht Mielke-Westerlage dringenden Handlungsbedarf. Sie hält trotz der nun leichten Mehrkosten die Sanierung für die kostensparendere Variante. "Ein neues wertiges Hallenbad kostet 15 Millionen Euro. Das kann Meerbusch sich nicht leisten." Die FDP plädiert für einen Neubau in einer kostengünstigen Variante, ohne viel Komfort. "Manche Dinge sind einfach unverzichtbar. Wir wollen am Ende nicht an den Fliesen sparen", entgegnet Mielke-Westerlage. Sie bezieht sich dabei auf die Ergebnisse der Fliesenausschreibung. Die großen Hersteller haben angekündigt, die Preise in 2016 um 30 Prozent zu erhöhen. Die Stadt warnt vor der Wahl günstigerer Fliesen: Qualitativ minderwertige Fliesen wurden schnell abgenutzt, da sie Dauernässe, Chloridbelastung und hoher Reinigungsintensität standhalten müssen. Die Sanierung des 60er-Jahre-Bauwerks birgt weitere Risiken: Die Verwaltung betont deshalb in ihrer Vorlage, dass gemeinsam mit dem Planungsteam während der Bauphase nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht werden solle. Im Dreimonatsrhythmus werde dem Ausschuss über den Baufortschritt und die Kosten berichtet. Für elf Gewerke des neuen Hallenbades liegen die Submissionen vor, sowohl im Bereich der Baukonstruktionen als auch bei den haustechnischen Gewerken. Für 75 Prozent der Gewerke gibt es also schon fixe Preisangebote, für 24 Prozent der Baukosten hat die Stadtverwaltung bereits Leistungsverzeichnisse erstellt und bepreist, so dass für mehr als 99 Prozent der voraussichtlichen Baukosten eine Kostenaussage getroffen werden konnte. Nur ein Prozent ist also unbekannt.

Quelle: RP
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