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Meerbusch
Handball-Legenden feiern Geburtstag

Meerbusch: Handball-Legenden feiern Geburtstag
Die Mitglieder der Reisegruppe: Klaus Brandes, Uwe Kowalski, Friedel Rödingen, Josef Steinebach, Hermann Schumacher, Helmut Platen, Herbert Spennes, Peter Spennes, Josef Spennes, Uli Döring, Ernst Platen, Rudi Neukirchen, Willy Kox und Herbert Zimmermann. FOTO: privat otv
Meerbusch. Die Reisemannschaft vom TuS Treudeutsch 07 Lank wurde vor 40 Jahren gegründet. Bislang hat sie sich 420 Mal getroffen. Das Jubiläums-Treffen findet am 26. August in Lank statt. Von Falk Janning

Sie haben die Lanker Handballgeschichte geprägt wie niemand vor ihnen und niemand nach ihnen. In den 70er-Jahren waren sie wahre Stars. Und ihre Strahlkraft wirkt sogar bis in die heutige Zeit, ihre Namen sind immer noch Kult. Sie stehen für eine Generation, die die bislang größten Erfolge des Vereins feierte. Zum Ende ihrer Ära gründeten sie die Reisemannschaft, die es nun seit exakt 40 Jahren gibt.

Inzwischen schreiben die Töchter, Söhne und Enkel die Handballgeschichte bei den Blau-Weißen fort, doch ihre Heldentaten sind unvergessen. Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre sorgten sie für Furore, standen für filigrane Spielkultur und verschafften dem Handball im Dorf die bis dato größten Erfolge.

Sie wurden unter anderem Diözesanmeister des Bistums Aachen, Kreismeister und Verbandsliga-Aufsteiger. 1975 gelang ihnen sogar der Aufstieg in die Feldhandball-Regionalliga. Dieser Coup gilt als der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Ein Bild der Reisemannschaft aus alten Tagen. FOTO: privat otv

Mit dem Feldhandball wurde die Truppe groß, dort liegen ihre Wurzeln. Einige Treudeutsch-Spieler schafften es sogar bis in die Nationalmannschaft, so etwa Torjäger Josef Spennes, den sie nur ehrfurchtsvoll "Lübking" riefen - nach Herbert Lübking, dem Aushängeschild des deutschen Handballs der 60er Jahre. Die Erfolgsgeschichte ging in den 1970er-Jahren auch in der Halle weiter. Nach dem Ende des Feldhandballs führte Trainerlegende Kalli Becker die Truppe auch in der Halle von Erfolg zu Erfolg. Sie stand mehrmals dicht vor dem Einzug in die Oberliga. Auf dem Parkett kam das große technische Können des Teams noch besser zur Geltung.

So wie im Fußball vom "Schalker Kreisel" die Rede ist, so prägte die Truppe ihre Zeit mit der "Lanker Handballschule". Mit Beginn der 80er-Jahre ging die große Ära zu Ende. Die meisten Spieler wurden 1980/81 aus der ersten Mannschaft verabschiedet, die viele Jahre in fast unveränderter Besetzung zusammengespielt hatte.

Bereits im November 1977 gründeten die 19 Handballer Karl Becker, Klaus Brandes, Karl-Uwe Kowalski, Willy Kox, Hans Krouß, Hans-Willi Lemmen, Rudi Neukirchen, Helmut Platen, Friedel Rödingen, Heinz Schäfer, Walter Scherer, Hermann-Josef Schumacher, Josef Steinebach, Heinz Wankum, Horst Witte, Herbert Zimmermann sowie die Spennes-Brüder Peter, Hermann und Josef die Reisemannschaft. "Wir sind alle enge Freunde, die meisten von uns hatten schon in der Jugend in einer Mannschaft zusammengespielt", sagt Josef Spennes. "Durch die Reisemannschaft sind wir auch nach unserer Handballzeit weiter zusammengeblieben. Wichtig waren uns immer die Kameradschaft und das Für- und Miteinander sowie der Team- und Mannschaftsgedanke, nicht so sehr die Taten Einzelner."

Schnell entwickelte sich ein reges Leben in der Reisemannschaft. Jährliche Höhepunkte waren die Ausflüge, legendär die Fußballpartien gegen die Kicker des ASV Lank. "Wir haben keines dieser Spiele verloren", sagt Josef Spennes.

Bei den Heimspielen stellen die Mitglieder der Reisemannschaft seit vielen Jahren im Wechsel mit anderen Teams den Ordnungsdienst, Peter Spennes war lange Zeit Kassierer, hat den Job aber nun abgegeben. Alle Mitglieder der Reisemannschaft waren zudem als Trainer, Betreuer, Abteilungsleiter oder Fachwart tätig. Bei den Schützenfesten machten sie als Sappeure mit, und beim Nikolausmarkt auf dem Alten Markt waren sie immer mit einem Reibekuchenstand vertreten. Vier Präsidenten gab es seit der Gründung: Uwe Kowalski (1977-89), Herbert Zimmermann (1989-96), Horst Witte (1996-98) und Herbert Spennes (1998-heute).

Monatlich treffen sie sich zum Gedankenaustausch, schwelgen in Erinnerungen und planen zukünftige Aktivitäten. Die Freundschaft zwischen den Männern ist so groß, dass sie von einer "Villa Laevitra" träumten, in der alle Mitglieder wohnen können.

Herbert Zimmermann entwarf sogar schon mit einem Architekten scherzhaft die Pläne für einen solchen Palast. Er sollte auf der Pflaumenwiese am Waldweg entstehen, vorgesehen war auch ein Pendelbus zu den Heimspielen am Forstenberg.

Schriftführer Josef Spennes hat jede Zusammenkunft notiert: Exakt 420 Treffen gab es bereits. Am 26. August feiert die Reisemannschaft nun in der Alten Weinschänke den 40. Jahrestag ihrer Gründung. Und wer die Jungs kennt, der kann davon ausgehen, dass auch von diesem Treffen noch lange erzählt werden wird.

Quelle: RP
 
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