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Serie Mein Garten
Herr Heckmann und das jungfräuliche Federvieh

Serie Mein Garten: Herr Heckmann und das jungfräuliche Federvieh
Kartoffeln, Kopfsalat, Tomaten, Zuckererbsen, Möhren, Schnittlauch, Chili, Radieschen, Zwiebeln, Beeren und eben Gurken wachsen im Garten von Otto-Willy Heckmann. FOTO: ULli Dackweiler
Meerbusch. Ein stattlicher Nutzgarten in Meererbusch ist der ganze Stolz eines Unternehmers. Dort gedeihen in Treibhäusern und Beeten alle Arten von Gemüse. Eine gute Ernte gibt dem Hobby-Landwirt das Gefühl, dass der Einsatz sich gelohnt hat Von Regina Goldlücke

Zuerst sieht man nur die riesige Rasenfläche, umsäumt von Blumenrabatten. Eisenbahnschienen flankieren einen Kiesweg, der in den abgeschiedenen Bereich des Gartens führt. Noch versperrt eine Wand aus Grün die Sicht. Was mag sich dahinter verbergen? Da biegt auch schon Otto-Willy Heckmann um die Ecke und zeigt voller Stolz sein ureigenes Reich.

So sehr er sich an blühenden Pflanzen erfreut und sie sorgfältig pflegt - sein wahres Paradies ist der stattliche Nutzgarten mit Treibhäusern und Beeten. Dort gedeiht so ziemlich alles, was er anbaut: Kartoffeln, Kopfsalat, Tomaten, Gurken, Zuckererbsen, Möhren, Schnittlauch, Chili, Radieschen, Zwiebeln, Beeren und goldgelber Zuckermais. "Der kommt im Sommer auf den Grill", sagt er und wendet sich den üppig bestückten Salatreihen zu. "Ach, man pflanzt halt immer zu viel. Vor lauter Angst, die Vögel würden über alles herfallen. Gut, dass unsere Familie so groß ist und alle Grünzeug mögen."

Aber auch der Zuckermais wächst in Meererbusch gut. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Nach einem stressigen Arbeitstag kann es der Inhaber eines mittelständischen Unternehmens in Lank kaum erwarten, in seinen Garten zu kommen. Er ist eine Rarität im feinen Villenviertel Meererbusch. Nicht nur wegen seiner imponierenden Ausmaße oder seiner Obst- und Gemüse-Erträge. Es tummeln sich außerdem bis zu einem Dutzend Hühner in einem weitläufigen Freiluftgehege. "Mit Habichtschutz, sonst wäre der Bestand schnell dezimiert", sagt Otto-Willy Heckmann und sammelt eine Handvoll grünliche Eier auf, ein Merkmal seiner Hühnerrasse. Früher einmal stolzierte auch ein Hahn herum. "Da waren die Nachbarn tolerant", lobt der Landwirt aus Leidenschaft. "Wir schafften ihn dann ab. Jetzt gibt es hier nur noch Jungfrauen."

Muss in einen solchen Garten nicht unglaublich viel Mühe gesteckt werden? "Das schon", antwortet Otto-Willy Heckmann. "Aber ich vertrete eine ganz bestimmte Philosophie. Arbeit kann entweder Spaß machen oder Pflicht sein. Für mich ist es Spaß. Zur Pflicht wird es nur, wenn man aus Zeitmangel die richtige Erntezeit verpasst. Da kommt man aus dem Urlaub, und das Gemüse ist überreif oder verdorben." Seine Frau Irene füllt mit der umfangreichen Ernte die Kühltruhen. Die Gartenarbeit aber ist Sache ihres Mannes. "Ich lasse sowieso keinen ran, nirgendwo", sagt er. "Mein Garten muss nicht durchgestylt sein, alles darf wachsen. Ich schneide höchst ungern." Nur anstrengende Arbeiten gibt er aus der Hand. Neuerdings übernimmt ein Roboter das Rasenmähen und erledigt seine Aufgabe perfekt. "Kein Unkraut mehr", so Heckmann.

Die Liebe zum Gärtnern spürte er schon als Kind. Er ist auf diesem Grundstück aufgewachsen, durfte früh seine eigenen Beete bepflanzen. "Ich hänge an den Jahreszeiten", sagt der Naturfreund, der auch als Jäger auf die Pirsch geht und täglich aufs Fahrrad steigt. "Mich hat das ständig Wiederkehrende immer beruhigt und motiviert." Das Schauspiel der Natur vom Liegestuhl aus zu genießen, kommt ihm nicht in den Sinn. Wohl aber verbindet Otto-Willy Heckmann den Aufenthalt im Freien mit seinem Eisenbahn-Hobby. 300 Meter Schienen hat er auf dem Rasen verlegt. Zur Entspannung lässt er nach getaner Arbeit einen seiner 17 kompletten Züge darauf kreisen.

Quelle: RP
 
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