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Wie Geht's, Meerbusch?
Herzlichen Glückwunsch, Meerbusch

Meerbusch. Meerbuscher sind ein spezielles Völkchen: Nicht selten hört man hier den Satz, dass eine Stadt wie Meerbusch, die erst 1970 gegründet wurde, doch eigentlich keine lokale Identität habe. Man sei vielmehr Lanker, Strümper, Büdericher!

Vor 40 Jahren hätte alles mal anders kommen können: Wäre Meerbusch am 20. Mai 1976 durch den Beschluss des Landtags geteilt worden, würde Krefeld direkt an Düsseldorf grenzen und dieses Städtchen namens Meerbusch wäre ein Fall für die Historiker. Das muss man bedenken, wenn man heute über Meerbusch argwöhnt, diese Stadt, die nach Ansicht einiger ihrer Bürger immer noch ein Konstrukt ist, ein Versuch, ein Dach über mehrere kleine Dörfer zu stülpen.

1976 gab es noch ein anderes Meerbusch-Bewusstsein. Es gab Bürgerprotest gegen die Auslöschung der Stadt. Bürger hielten Plakate hoch, auf denen tatsächlich stand: "Ja zu Meerbusch."

In Meerbuscher Rathaus wurde gestern an diese historische Rettung nicht offiziell erinnert - im Gegensatz zum Kreistag, wo der Landrat sogar eine Torte anschnitt. Einziger Meerbuscher Vertreter war Franz-Josef Radmacher aus Lank, wie dieser unserer Redaktion berichtete und die geringe Beteiligung bemängelte. Ist das Zeichen fehlender Meerbuscher Identität? Wohl eher nicht. Eine lokale Identität entsteht eben nie auf dem Reißbrett. Zusammenhalt, das zeigt sich, entsteht in der Not: Die Meerbuscher sind da vereint, wo es gegen die Übermacht von Krefeld und Düsseldorf geht - gegen Flughafen und Südanbindung. Innerorts herrscht hingegen gesunde Rivalität. Wer in die Meerbuscher Stadtteile blickt, das urbanere Büderich, das schmucke Osterath und Lank, der merkt, wie vielfältig diese Stadt ist. Und vielleicht ist sie deshalb so lebendig, weil alle sich anstacheln.

46 Jahre, acht Ortsteile, drei Autobahnen, ein Rhein. Herzlichen Glückwunsch, Meerbusch!

Quelle: RP
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