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Meerbusch
Hunderte bei Konverter-Demo

Meerbusch: Hunderte bei Konverter-Demo
Hatten zur Demo eingeladen: Thomas Gier, Norma Köser-Voitz, Kirsten Danes, Thomas Wolfgramm, Wolfgang Hanke, Julia Böhle und Dirk Kämper von der Initiative gegen den Doppelkonverter. FOTO: Anke Kronemeyer
Meerbusch. Alle sind sich einig: Der Stromkonverter soll nicht nach Osterath, sondern nach Kaarst. Außerdem sollten jetzt alle - Politik und Bürger - Einfluss auf den Regionalrat nehmen, der den entscheidenden Schritt tun könnte. Von Anke Kronemeyer

Es waren mehrere hundert Meerbuscher, die gestern in sonntäglicher Hitze protestierten. Das taten sie zum Teil lautstark und emotional - und alle mit einem Ziel: der Konverter nicht zu uns. Darüber waren sich alle einig, die auf Einladung der Initiative gegen den Doppelkonverter in Osterath zur Demonstration gekommen waren. Viele hatten Plakate gestaltet: "Petrauschke, besinn Dich; 60,4 Prozent haben Dich gewählt" und immer wieder "Kein Konverter nach Osterath" oder "Gegen uns wird aus Gleichstrom Kriechstrom."Viele appellierten direkt an den Regionalrat: "Nachsitzen für Regionalrat dringend erforderlich."

Der Kirchplatz in Osterath füllte sich gestern Nachmittag schnell. Viele Protestler kamen mit Plakaten, um gegen den Konverter in Osterath zu demonstrieren. FOTO: anke kronemeyer

Und genauso endete auch die Diskussion, die Norma Köser-Voitz und Thomas Wolfgramm auf der Bühne moderierten - mit einem Appell an den Regionalrat. Mit dabei: Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, Rainer Thiel, der für die SPD im Regionalrat sitzt, Lars Rößing von Amprion, der dort für rechtliche Fragen des Netzausbaus zuständig ist, sowie Amprion-Sprecher Thomas Wiede, Andrej Hunko (Linke), Ansgar Heveling (CDU MdB), Otto Fricke (FDP), Oliver Krischer (Grüne) aus dem Beirat der Bundesnetzagentur. Viele von ihnen erinnerten sich, dass sie vor fünf Jahren an gleicher Stelle schon mal dabei waren: ebenfalls bei einer Demonstration gegen den Doppelkonverter. In den vergangenen Jahren rutschte Osterath als möglicher Standort von ganz oben nach ganz unten und jetzt wieder hoch. Seitdem der Regionalrat im Juli nicht klar die Aufgabe der Auskiesungsfläche in Kaarst auf den Weg gebracht hatte, gilt Osterath wieder als Favorit für Amprion. Denn eigentlich waren bis dahin alle davon ausgegangen, dass die Dreiecksfläche in Kaarst der finale Standort für den Doppelkonverter wird.

In dieser Woche wurde klar, dass Amprion ziemlich bald eine Entscheidung braucht, um die Stromtrasse in den Süden zu bauen. Das machte auch Mielke-Westerlage noch mal deutlich: "Wir werden jetzt nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen, sondern direkt nächste Woche weitere Gespräche führen." Sie appellierte an die Politik: "Dieses Problem lässt sich nur politisch lösen." Ihr Parteikollege Heveling schlug ein ganz neues Verfahren für die Standortsuche vor. Mielke-Westerlage: "Damals waren 50 Standorte untersucht worden. Ich glaube nicht, dass sich jetzt bis zum Jahresende noch weitere finden lassen." Ihr Appell ging aber vor allem an den Regionalrat: "Der muss sich jetzt mal einen Ruck geben." Otto Fricke ermunterte alle Demonstranten, sich die E-Mail-Adressen der Politiker rauszusuchen, die im Regionalrat sitzen und sie anzuschreiben. "So geht doch Demokratie." Die Linken sind generell gegen eine große Dimension des Netzausbaus, so Hunko. Darum sprach er sich ebenfalls gegen den Doppelkonverter aus. "Dieser Doppelkonverter geht überhaupt nicht. Egal wo", sagt er unter dem Applaus der Demonstranten. Und Rainer Thiel verlangte einen überparteilichen Konsens bei der Standortsuche.

Im Schatten des Kirchturms wurde gestern demonstriert. FOTO: anke kronemeyer

Die Podiumsgäste machten auch noch mal deutlich, dass der Abstand zur Wohnbebauung eines Konverters das entscheidende Kriterium sein müsste. Norma Köser-Voitz und Thomas Wolfgramm von der Initiative gegen den Doppelkonverter forderten ganz klar, dass der Regionalrat dringend über den Doppelkonverter reden müsste. Mielke-Westerlage versprach, in das angekündigte Meditationsverfahren mit dem Land einzusteigen. Denn das Wirtschaftsministerium hatte zugesagt, im Konflikt um den Standort vermittelnd einzugreifen.

Quelle: RP
 
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