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Meerbusch
Idee: Stadtarchiv in Haus-Meer-Remise

Meerbusch: Idee: Stadtarchiv in Haus-Meer-Remise
Die Remise von Haus Meer. Zieht dort das Stadtarchiv ein? Vor wenigen Tagen gab's dazu Gespräche mit dem Rhein-Kreis Neuss. Oder wird sie ein Bürgersaal? Das wünscht sich der BUND Meerbusch. Freilich: Finanzierungen existieren noch für keinen der beiden Vorschläge. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Die Aktionsgemeinschaft "Rettet Haus Meer" plädiert dafür, das Stadtarchiv aufs Gelände von Haus Meer zu versetzen. Eine Finanzierung gibt es noch nicht — und der Stadtarchivar ist irritiert: "Wir passen dort gar nicht rein." Von Maike Billen

Was wird aus dem Gelände Haus Meer? Der Grundstückseigentümer führt derzeit auf eigene Kosten und in Abstimmung mit den Denkmalbehörden archäologische Grabungen durch, um zu prüfen, ob eine Flächenerweiterung eines geplanten Luxushotels denkmalgerecht umsetzbar ist. Ein Ratsbeschluss beschränkt einen Neubau derzeit auf die Grundmauern des alten Schlosses. Nun sollen die Grabungen klären, ob sich dort überhaupt archäologisch wertvolles Material im Boden befindet. Ohne den Flächengewinn wäre das Hotel nicht rentabel. Währenddessen zeigten sich Politik und Verwaltung jetzt im Denkmalausschuss offen für Alternativen.

Just Gérard, als Beigeordneter zuständig für Denkmalschutz, informierte über den aktuellen Stand: "Man ist bei den Grabungen auf Kies und Flussbettsedimente gestoßen, vereinzelt Ziegelmauerwerk." Doch eine Deutung sei zu früh. Genauere Erkenntnisse dürfte es in der nächsten Sitzung am 16. September geben. Die Analyse werde das Vorgehen des Investors, der taiwanischen Regent-Gruppe, beeinflussen.

Die Fraktionen UWG und SPD hatten jeweils Anfragen zu den Überlegungen eingereicht, ein Kreisarchiv in der Remise unterzubringen. Gérard berichtete, dass es dazu vor einigen Tagen ein Treffen mit Vertretern des Rhein-Kreises Neuss gegeben habe. Vom Kreis wurde eine skizzenhafte Planung für eine Zusammenlegung zweier Stadtarchive vorgelegt. "Nur wurden Kosten, Parkplätze und Erschließung ausgeklammert", sagte Gérard. Auch die Vorstöße der Aktionsgemeinschaft "Rettet Haus Meer" und der Meerbuscher Ortsgruppe des BUND wurden beraten. Das Papier von "Rettet Haus Meer" listet mehrere Möglichkeiten auf, beispielsweise dass die Remise das Archiv, das Standesamt oder eine Ausstellung beherbergen könnte. Zudem werden die Restaurierung von Eiskeller und Teehäuschen sowie der Anbau eines Klostergartens angeregt.

Auch die Büdericher Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz hat jetzt einen Gegenentwurf zum Luxushotel vorgelegt. Sie spricht sich für ein Drei-Sterne-Hotel auf den Grundmauern des Schlosses aus, die Remise könnte zum Bürger- und Festsaal ausgebaut werden. Ein Integrationsbetrieb sei vorstellbar, in dem Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden.

Im Ausschuss verengte sich die Diskussion auf die Alternative "Archiv plus Integrationshotel". Die Stadtverwaltung zeigt sich gegenüber diesem Vorschlag offen: "Wir haben uns aber auch nicht von der ursprünglichen Idee verabschiedet", sagte Gérard. In die Archivplanungen sei der Eigentümer nicht eingebunden. Dieter Schmoll (UWG): "Ich finde es absolut richtig, dass man nicht mit den Scheuklappen vorgeht und nur das Hotel verfolgt." Gérard stellte fest: "Nur darf man das Archiv nicht isoliert betrachten." Nötig sei ein Gesamtkonzept, für ein Integrationshotel gebe es noch keinen entsprechenden Investor.

Die Debatte stößt beim Leiter des Stadtarchivs auf Unverständnis: "Wir sind am jetzigen Standort in keiner Weise beengt", erklärte Michael Regenbrecht auf Anfrage unserer Zeitung. Zurzeit befindet sich das Archiv in der Adam-Riese-Grundschule in Büderich. "Noch über 15 Jahre ist hier genug Platz", schätzt er. Zumal die Altbestände digitalisiert werden. Die Nutzung der Remise für das Stadtarchiv sei laut Regenbrecht nicht umsetzbar: "Wir passen dort gar nicht rein."

Quelle: RP
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