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Meerbusch
IHK-Gründerreport für den Rhein-Kreis

Meerbusch. Meerbusch liegt bei Gründungen im oberen Feld, Betriebsaufgaben sind rückläufig.

Im Rhein-Kreis Neuss haben sich im Jahr 2016 dreizehn Menschen mehr als 2015 in die Selbstständigkeit gewagt. Meerbusch hielt sich hierbei konstant bei 467 Unternehmensgründunen. Insgesamt gab es 3282 Gründungen im Rhein-Kreis, 3151 Firmenauflösungen, 419 davon in Meerbusch. Dies sind 26 weniger als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Im gesamten Kreis waren es im Jahr 2015 je 13 Gründungen und drei Aufgaben weniger. Damit verzeichnet der Rhein-Kreis Neuss je ein Plus von 0,40 Prozent bei Gründungen und 0,10 Prozent bei Aufgaben. Die Gründungsintensität - die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl - liegt in Meerbusch mit 0,85 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein (0,80) und damit im oberen Bereich.

Dies sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2017, den die IHK auf der Basis von Daten des Landes NRW erarbeitet hat. "Wir haben das aktuelle Gründungsgeschehen in der Region untersucht, damit die notwendige Debatte auf einer soliden Datenbasis stattfinden kann", erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Der Gründerreport sei wichtig, um Trends zu erkennen und Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Politik abzuleiten. Junge Unternehmen sorgten mit Innovation und Wachstum für zusätzliche Arbeitsplätze.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neugründungen von 2015 zu 2016 um 1674 zurückgegangen. Gleichzeitig sind auch die Gewerbeabmeldungen um 94 gesunken. Ähnliche Entwicklungen lassen sich im Regierungsbezirk Düsseldorf beobachten. Von diesem Trend weicht der Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein allerdings ab: In Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen lagen die Unternehmensgründungen um 1,03 Prozent über dem Vorjahreswert. Dafür sind die Geschäftsaufgaben mit einem Plus von 2,78 Prozent deutlich gestiegen. Für die Region ergibt sich daraus im Saldo ein Zuwachs von 160 Unternehmensgründungen. "Viele ziehen den sicheren Weg einer Anstellung dem 'Abenteuer Selbstständigkeit' vor," sagt IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger. Hinzu kämen Einschränkungen beim Gründungszuschuss für Arbeitslose.

Um aus dem Tal herauszukommen, brauche Deutschland ein gründerfreundliches Klima, betont Steinmetz. Jungunternehmer benötigten Voraussetzungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren. Steinmetz bemängelt eine überbordende Bürokratie und unverständliche rechtliche Fragestellungen, die den Gründern Zeit und Energie raube. Er lobt in diesem Zusammenhang die Maßnahmen des neuen Koalitionsvertrages für Nordrhein-Westfalen. "Geplant sind unter anderem ein bürokratiefreies Jahr für Gründer, digitale Anlaufstellen, die Einrichtung von sechs "Exzellenz-Start-up-Centern", Start-up-Pitches bei Behörden und eine optimierte Start-up-Förderung durch die NRW-Bank. Aber auch Gründer müssten ihren Teil zum Erfolg beitragen. "Viele Jungunternehmer sind schlecht vorbereitet", betont IHK-Experte Koger. Sie hätten zum Beispiel unzureichende Finanzierungsmodelle oder fehlende wirtschaftliche Kenntnisse. Die IHK biete hierfür ein umfangreiches Beratungsangebot.

Interessierte können sich unter mangels@krefeld.ihk.de an Bert Mangels wenden und den Bericht unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941 herunterladen.

Quelle: RP
 
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