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Meerbusch
IHK liefert Argumente für Gewerbegebiet an A 44

Meerbusch. Die Industrie- und Handelskammer hat die Meerbuscher Politiker davor gewarnt, dem Interkommunalen Gewerbegebiet an der A 44 zu schnell eine Absage zu erteilen. Rainer Növer stellte als IHK-Vertreter im Hauptausschuss die neue Standortanalyse für Meerbusch vor und verwies dabei auf die wirtschaftlichen Erfolge, die Meerbusch seit Eröffnung der Rheinbrücke im Jahr 2002 erreicht habe. Dadurch hätten sich neue Firmen etwa im Bereich Mollsfeld angesiedelt. Exemplarisch zeigte Noever eine Grafik, die die Beschäftigungsentwicklung von NRW, dem Rhein-Kreis und Meerbusch verglich. Seit 2003 ist die Beschäftigungsentwicklung in Meerbusch demnach sprunghaft angestiegen, während sie in NRW und dem Rhein-Kreis vergleichsweise moderat stieg. Ein neues Gewerbegebiet könne auch helfen, die Kommunalfinanzen in den Griff zu bekommen. "Bei den Gewerbesteuern ist noch Luft nach oben", sagte Növer, der auch dafür warb, dass Meerbusch auf seinen an den Krefelder Rheinhafen angrenzenden Flächen Gewerbeareal ausweist. "Diese Option im Landesentwicklungsplan würde ich mir nicht verbauen." Von Sebastian Peters

Teile der Politik sprachen sich erneut gegen das Interkommunale Gewerbegebiet aus -längst aber nicht in der Massivität wie noch im Planungsausschuss. SPD-Fraktionschefin Nicole Niederdellmann-Siemes etwa betonte, dass sich ihre Fraktion ganz genau überlegen werde, wie sie sich zum Gewerbegebiet positioniert.

Dieter Schmoll, Architekt und UWG-Vertreter im Planungsausschuss, kritisierte das Interkommunale Gewerbegebiet unterdessen gestern scharf. Er nannte es ein "interkommunales Monster". Für ihn ist das Gewerbegebiet "überdimensioniert und landschaftsverschandelnd". Die Acker-Böden in diesem Bereich seien die kostbarsten, die Deutschland zu bieten hat, sagt Schmoll: "Wir würden im Norden unserer Stadt landschaftlich kostbare Freiräume bestehend aus fruchtbarer Lehmlöserde der Kempener Platte dauerhaft versiegeln und zugunsten einer krassen, überdies hässlichen Zersiedlung unwiederbringlich zerstören. Das wäre ein unverantwortlicher gigantischer Landschaftsverbrauch auf Kosten künftiger Generationen."

Auch kritisiert er, dass an der Stelle des geplanten Gewerbegebiets besser der Eiserne Rhein verlaufen könnte, "eine Güterbahnlinie, mit der eine deutliche Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Binnenschifffahrt und die Schiene angestrebt wird".

Quelle: RP
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