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Serie Vater Und Sohn
Ihr Herz schlägt für das Grüne

Serie Vater Und Sohn: Ihr Herz schlägt für das Grüne
Robert, Toni und Philipp Selders (v.l.) bilden das Vater-Söhne-Gespann im Gartencenter in Büderich. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Wenn der Sohn in die Fußstapfen des Vaters tritt, ist das Anlass zur Freude, kann aber auch Konflikte bedeuten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Generationen? Darum geht es in der RP-Serie "Vater und Sohn". Von Monika Götz

Für Diplom-Kaufmann Robert (35) und Gartenbau-Ingenieur Philipp Selders (31) gehört das Familienunternehmen zum Leben - "seit wir denken können". Früher haben die Brüder - ebenso wie Philipps Zwillingsbruder Stefan, der in einer anderen Branche arbeitet - in den Ferien am damaligen Standort der Garten Selders GmbH an der Neusser Bataver Straße gejobbt, "in der Baumschule oder im Gartencenter geholfen und später auch Stecklinge produziert."

Vater Toni Selders erinnert sich: "Die Jungs hätten auch gern ein Stück vom Gewächshaus für sich gehabt." Heute haben seine Söhne weitaus größere Aufgaben. Gemeinsam mit ihrem Vater führen sie die Geschäfte von "Selders Toni Meerbusch", das seit 2012 komplett am Standort Büderich an der Badendonker Straße 9 etabliert ist.

Die Aufgabengebiete sind innerhalb des Unternehmens auf die Bereiche Pflanzencenter, Baumschulproduktion, Garten- und Landschaftsbau sowie Floristik verteilt. Robert Selders betreut den Garten- und Landschaftsbau, die Baumschulen-Produktion und die Großhandelskunden. Sein Bruder ist für die Einzelhandelsgeschäfte zuständig, der Senior hat die gesamten Abläufe im Blick: "Ich sehe mir gewissermaßen alles aus der Vogelperspektive an und bringe meine Erfahrungen ein."

Nicht immer läuft alles ganz ohne Meinungsverschiedenheiten ab. "Es herrscht nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen". Aber Toni Selders betont: "Streitigkeiten werden intern, nie in Anwesenheit von Mitarbeitern ausgetragen." Um sich auszutauschen, versuchen die drei Selders, sich wöchentlich zusammenzusetzen und anstehende Dinge auf die Ebene der einzelnen Abteilungen herunter zu brechen. Dabei kommen auch positive oder negative Ereignisse zur Sprache, und es werden mögliche Veränderungen besprochen. "Wenn keine Einigkeit erzielt wird, zählt manchmal auch die Stimme meiner Frau Annemarie. Sie hat Mitspracherecht", stellt der Senior (61) klar.

Für ihn ist es wichtig, die Familientradition weiterzuführen. Er ist mit neun Geschwistern groß geworden und hat das Wachstum des Betriebs mitgestaltet. Heute sagt er: "Ich habe mich bemüht, auch meinen Söhnen das Arbeiten in der Natur schmackhaft zu machen und die Freude daran weiterzugeben." Der aktuelle Familienverbund bestätigt seinen Erfolg. Trotzdem hat sich Sohn Robert Zeit gelassen, hat nach dem Fachabitur ein Praktikum in Frankreich absolviert, sich in Hamburg und NRW in renommierten Firmen ausbilden lassen sowie ein Semester seines in Köln abgelegten BWL-Studiums in Australien verbracht. Rückblickend sagt er: "Ich habe mich auch anderweitig informiert. Aber meine Ausbildung lief ja schon seit der Kindheit und war weit fortgeschritten. Da haben letztendlich die Vorteile überwogen."

Bruder Philipp wählte den direkten Weg, studierte Gartenbau und sah sich in einem Hamburger Betrieb um. Heute besuchen die jungen Familienväter Messen, informieren sich und sorgen dafür, dass der Ablauf im heimischen Unternehmen auf dem neuesten Stand bleibt: "Wir schauen über den Tellerrand". Allerdings wird darauf geachtet, dass immer einer von ihnen als Ansprechpartner für die Kunden vor Ort in Büderich ist.

Quelle: RP
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