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Meerbusch
Integration-Point in Neuss auch für Flüchtlinge aus Meerbusch

Meerbusch. Die Vermittlung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist das Ziel der neuen "Integration Points". Der erste im Kreis wurde gestern in Neuss eröffnet

Zwei Bausteine sind wichtig, um Flüchtlinge und Migranten, die neu in Deutschland sind, zu integrieren: Sprachkenntnisse und eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem neuen Angebot "Integration Points" soll genau da angeknüpft werden. Im Rhein-Kreis arbeiten das Jobcenter und die Kreisverwaltung mit der Arbeitsagentur Mönchengladbach zusammen. Zwei "Integration Points" werden dazu im Kreisgebiet eröffnet. Der Auftakt erfolgte gestern im Neusser Job-Center an der Karl-Arnold-Straße, heute folgt eine Einrichtung in Grevenbroich.

Unterstützung, Beratung und Vermittlung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist das Ziel - eng verzahnt unter einem Dach. Und auch Flüchtlinge, die bereits in festen Einrichtungen in Meerbusch untergebracht sind, können sich an diesen Stellen beraten lassen. "Sie werden dann von uns dorthin gefahren und begleitet", so Hans-Günter Focken, der ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv ist. "Aber natürlich können die Flüchtlinge auch selbst mit Bus und Bahn dort hin fahren - je nachdem, wie sie sich verständigen können." Viele von ihnen seien ja schließlich interessiert daran, eine Arbeitsstelle zu finden.

Denn der "Integration Point" in Neuss dient als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge, die in der Quirinus-Stadt und den Nachbarkommunen Kaarst, Korschenbroich, Dormagen und Meerbusch untergebracht sind. Das Angebot richtet sich an Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Ziel sei ein "gelingendes Ankommen" in Deutschland. Das erklärte Angela Schoofs, Leiterin der Arbeitsagentur für den Rhein-Kreis und Mönchengladbach. Die Integration in den Arbeitsmarkt sei mit Blick auf die Flüchtlingswelle eine der zentralen Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte. Das betont auch Kreisdirektor Dirk Brügge. "Ein erster wichtiger Schritt sind die Sprachkurse, auf die wir frühzeitig gesetzt haben. Bei der Integration in den Arbeitsmarkt ist eine enge Zusammenarbeit der Ämter und Behörden enorm wichtig." Aber auch Eigeninitiative ist gefragt. Deshalb werde nach dem Motto "Fördern und Fordern" vorgegangen. Zurzeit leben rund 4500 zugewiesene Asylsuchende im Rhein-Kreis. Sie bringen unterschiedliche Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikationen mit, die zunächst einmal erfasst werden. Darauf aufbauend sollen sie fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.

Das Team in den "Integration Points" - im Rhein-Kreis wurden 13 Stellen hierfür geschaffen - hilft unter anderem bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, vermittelt Sprachkurse, Fortbildungen und ist Ansprechpartner für Unternehmen. Wendeline Gilles, Geschäftsführerin des Jobcenters im Rhein-Kreis Neuss, betont, dass Arbeitgeber Hilfe bei allen Fragen zur Anstellung von Flüchtlingen bekommen. "Wir verstehen das Angebot auch als Arbeitgeberservice."

Zugleich soll den Asylsuchenden eine möglichst umfassende Unterstützung zukommen. Daher sind in den "Integration Points" Fachleute aus Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozialbehörde und Ausländeramt zu finden.

(abu/ak)
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