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Meerbusch
Integration über den Arbeitsmarkt

Meerbusch. Zwei Jahre begleitet die Agentur für Arbeit Flüchtlinge bei der Job-Suche.

Flüchtlinge sind die neue Zielgruppe der Agentur für Arbeit, sagte Angela Schoofs. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur Mönchengladbach berichtete in der Sondersitzung Integration des Sozialausschusses: "Gelingendes Ankommen der Flüchtlinge ist dann erreicht, wenn die Integration in den ersten Arbeitsmarkt glückt", sagte Schoofs. Ein solcher Prozess dauert idealtypisch zwei Jahre.

Integration Points (IP) heißen die Anlaufstellen für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber sowie Geduldete mit hoher Bleibeperspektive. Die kommen vor allem aus Syrien, der Arabischen Republik, Eritrea, Irak und Iran. Im IP arbeitet die Agentur für Arbeit mit dem Jobcenter und den Kommunen. "Unter dem Stichwort Early Intervention gehen wir raus, bieten in Unterkünften Informationen an und nehmen erste Daten auf", erklärte Schoofs. Es folgen Sprachförderung, Anerkennung von Berufs- oder Studienabschlüssen und Qualifizierung. Das IP Neuss betreut derzeit 57 Geflüchtete in Meerbusch. In Neuss sind es 564. Die Mittel für die Qualifizierung Arbeitsloser wurden von rund 24,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf rund 28,1 Millionen Euro aufgestockt. Der Anteil für Erwachsene: 12,8 Millionen Euro (2015: 10,5 Millionen Euro). 2,4 Millionen Euro sind davon für Flüchtlinge angesetzt. "Wir reden nicht über Verteilkämpfe. Durch das Mehr an Mitteln und Personal wird keiner benachteiligt", so Schoofs. Die Agentur für Arbeit plant 5000 Eintrittsmöglichkeiten für Erwachsene in den Arbeitsmarkt, zum Beispiel 1800 durch die Qualifizierung beim Arbeitgeber.

"Wir bringen Arbeit und Menschen zusammen. Aber das reicht für die soziale Integration nicht", sagte Schoofs. Sie erzählte von einem Asylanten, der Arbeit, aber noch keine deutschen Freunde gefunden habe. Ehrenamtliche könnten zudem helfen, Formulare auszufüllen, die Alltagssprache zu üben oder Flüchtlinge für Vereine zu gewinnen. Die Agentur strebt an, sich stärker mit Initiativen, Vereinen und Verbänden zu vernetzen.

(mabi)
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