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Heiligabend in Büderich
Jamaika-Farben im Krippenspiel

Heiligabend in Büderich: Jamaika-Farben im Krippenspiel
Pfarrer Wilfried Pahlke gibt letzte Anweisungen an Maximilian Lonn, Victoria Schultz, Carolina Volkmer und Laura Kuhlmann (v.l.) FOTO: Orthen
Meerbusch. Das Krippenspiel der Christuskirche in Büderich präsentiert am Heiligabend traditionell die klassische Weihnachtsgeschichte, jedoch mit modernen Dialogen. Ehemalige und aktuelle Konfirmanden bilden das Ensemble. Von Stefanie Thrun

Schwarze, grüne und gelbe Wolken müssen die Erzengel über Germanien beobachten und zählen. Dann verziehen sich ganz plötzlich die gelben Wolken, und stattdessen erscheinen, wie aus dem Nichts, rote Wolken am Horizont. Eine Anspielung auf die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen, die Pastor Wilfried Pahlke so in sein jährliches Krippenspiel eingebaut hat.

Seit 25 Jahren schreibt er seine ganz eigenen Versionen der Weihnachtsgeschichte und präsentiert sie am Heiligabend. Die Kulissen sind dabei klassisch, auch wenn die Dialoge aus dem Raster fallen. Eine Krippe, Esel, Ochse, Schafe und natürlich ein großer Stern bilden die vertraute Szenerie, in der die Weihnachtsgeschichte erzählt wird.

Auch die Kostüme sind klassisch. Lange Gewänder und grobe Leinenstoffe sind zu sehen, die Hirten tragen lange Stöcke, Kaiser Augustus bekommt einen vergoldeten Lorbeerkranz, und die Engel erscheinen mit weißen Gewändern und Flügeln.

Was den Text des Stücks angeht, so lässt sich Wilfried Pahlke allerdings jedes Jahr etwas Neues einfallen. Er zitiert Songtexte, geht auf das aktuelle Weltgeschehen ein und auch das diesjährige Jugendwort "I bims" findet seinen Platz im Krippenspiel. Die Verhandlung zwischen der judäischen Volksfront und der Volksfront von Judäa nimmt sogar Bezug auf Monty Python's "Leben des Brian", eine Satire der Christusgeschichte. "Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren", sagt Josef, nachdem er sich, wie er selbst beschreibt, aus den Verhandlungen "rausgelindnert" hat. Außerdem gibt es seit neustem auch Frauen im römischen Heer, und Kaiser Augustus bringt eine neue Sportart in die Arenen: "Fußball". Wilfried Pahlke hat es erneut geschafft, scheinbar unzählige Anspielungen in seine Texte einzubauen.

Seit 28 Jahren ist er Gemeindepfarrer in Büderich, und sein Krippenspiel hat er während dieser Zeit zur Tradition gemacht. "Ich möchte die alten Inhalte der Weihnachtsgeschichte in die neue Zeit übertragen", so Pahlke. Er macht sie also jünger, frischer und vor allem in jedem Jahr aufs Neue spannend. Auch seit vielen Jahren mit dabei ist Maximilian Lonn. Er hat 2003, damals noch als Konfirmand, zum ersten Mal mitgemacht und spielt seitdem in jedem Jahr - bis auf eine Ausnahme - den Josef. Das Krippenspiel gehört für ihn fest zu seiner Weihnachtszeit. "Ohne das würde mir etwas fehlen", sagt Lonn.

Er führt am Sonntag gemeinsam mit anderen ehemaligen und aktuellen Konfirmanden das Krippenspiel auf. Rund 15 Darsteller sind mit dabei, außerdem beteiligen sich Chor und Orgel und auch die Gemeinde wird mit einbezogen. Maria, gespielt von Victoria Schultz, die im vergangenen Jahr noch als Engel dabei war, singt auch solistisch einige Zeilen.

Wieder also erhält ein modernes Krippenspiel mit vielen komödiantischen Aspekten Einzug in die Christuskirche. Trotz allem Humor geht es am Ende aber doch darum, dass (nach einer langen Reise mit schadstoffarmem Esel) das Jesuskind in Bethlehem geboren wird und die frohe Kunde durch Engel und Hirten verbreitet werden kann: "Euch ist der Heiland geboren, Halleluja!"

Quelle: RP
 
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