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Wie Geht's, Meerbusch?
Jetzt bitte genau hinschauen

Meerbusch. Es ist die Art und Weise, die einen skeptisch die Stirn runzeln lassen sollte: Von heute auf morgen, ohne die, die es angeht, zu informieren - jedenfalls sieht es für die Öffentlichkeit so aus -, wird erst der Geschäftsführer und dann der Leiter des Meridias Rheinstadtpflegehauses freigestellt. Zwei Männer, die - da sind sich Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige einig - erheblichen Anteil daran haben, dass das 2013 wegen erheblicher Pflegemängel in die Schlagzeilen geratene Haus wieder zu einer Einrichtung geworden ist, in der es sich im Alter vernünftig leben lässt. Die Frage, wer oder was hinter dem plötzlichen Führungspersonalwechsel steckt, bleibt für Nichteingeweihte offen. Mangelnder Erfolg in Gestalt von Unzufriedenheit oder schlechten Zahlen kann jedenfalls nicht der Grund sein. Eine offizielle Erklärung der Meridias GmbH, jenes Unternehmens, das vor drei Jahren die Strümper Einrichtung übernommen hat, nachdem die Heimaufsicht dem vorherigen Betreiber den Betrieb untersagte, gibt es nach wie vor nicht. Allein der Geschäftsführerwechsel wurde dem Kreissozialamt auf Nachfrage angezeigt.

Viele Angestellte, aber auch die Menschen, die in den vergangenen drei Jahres neues Vertrauen gefasst und in der Strümper Einrichtung eine Art Zuhause gefunden haben, befürchten jetzt, dass der umstrittene vormalige Betreiber das Ruder erneut übernommen hat. Die Vermutung kommt nicht von ungefähr, denn wer im Internet nach dem Namen des eingesetzten Geschäftsführers sucht, stößt sofort auch auf den der früheren Betreibergesellschaft. Das kann natürlich Zufall sein. Vielleicht hat der Neue auch den Arbeitgeber gewechselt. Die Tatsache, dass darüber nicht gesprochen wird, lässt allerdings vermuten, dass etwas Anderes dahinter steckt. Fakt ist: Gegen eine Übernahme der Meridias GmbH durch den früheren Betreiber könnte auch die Heimaufsicht nichts machen. Das wäre eine unternehmerische Entscheidung und alles andere als außergewöhnlich. Ein generelles Betriebsverbot gibt es jedenfalls nicht. Gut möglich, dass ein solches auch gar nicht nötig wäre. Ein Unternehmen kann seine Politik zum Guten ändern, auch in Bezug auf Qualitätsstandards. Trotzdem wären Kreis und Stadt gut beraten, jetzt ganz genau hinzuschauen. Schließlich geht es um eine Frage, die uns alle betrifft: Wie wollen wir im Alter leben? Und eines ist klar: So, wie es in der Strümper Einrichtung bis 2013 der Fall war, jedenfalls nicht. julia.hagenacker@rheinische-post.de

Quelle: RP
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