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Meerbusch
Kampf gegen das Bienensterben

Meerbusch. Monokulturen machen es den Honigbienen und anderen Wildinsekten schwer. In den kommenden Tagen legt die Stadt deshalb sieben Wildblumenwiesen in Meerbusch an Von Maurice Te Dorsthorst

Die Stadt Meerbusch verzeichnet einen starken Rückgang an Wildinsekten. "Das Artensterben hat viele Ursachen, aber ein zentraler Punkt ist das Fehlen von Wildwiesen", erklärt Michael Betsch, Fachbereichsleiter Grünflachen in Meerbusch. Monokulturen machen den Bienen und anderen Wildinsekten das Überleben schwer. Sie aber sind für ein gesundes Ökosystem notwendig. CDU und Grüne beantragten deshalb, in Meerbusch Wildblumenwiesen anzulegen - in Anlehnung an das Modellprojekt "Kindheitswiesen" der Biologischen Station Bonn.

An sieben Stellen sollen im Stadtgebiet in den nächsten Tagen Wildblumenwiesen angelegt werden. Mit rund 4400 Quadratmetern soll die größte in Strümp entstehen, zwischen dem Lärmschutzwall und dem Fouesnant-Platz. Eine zweite große Wiese wird gegenüber der Stadtbahn-Haltestelle "Haus Meer" und der Einmündung Moerser Straße angelegt. Sie wird etwa 3250 Quadratmeter groß. Daneben sind noch fünf weitere kleinere Flächen vorgesehen. So sollen an der Ortseinfahrt in Osterath, Willicher Straße und an der Badendonker Straße am Eisenbrandt, in Büderich, Wildwiesen gepflanzt werden. Auch in Strümp in der Nähe der Straße Strümper Busch sind drei Wildblumenwiesen geplant.

Diese Grünflachen bieten bisher keine ausreichende Artenvielfalt für Insekten und Kleintiere. Durch das Aussähen von Saatgut der heimischen Flora, wird nicht nur die Anzahl an Wiesenblumen erhöht, sondern auch eine Artenvielfalt geschaffen, die für verschiedene, heimische Insekten und Kleintiere gut ist. "Bei dem Saatgut handelt es sich um eine spezielle Zusammensetzung, die verschiedene mehrjährige Pflanzen und einzelne einjährige Blumen, wie der Mohn- und Kornblume beinhalten", erklärt Betsch.

Damit die Saat ausgesetzt werden kann, muss zunächst die bestehende Fläche vorbereitet werden. "Dazu müssen die Flächen gemäht und anschließend die Mahd entfernt werden." Um die letzten Reste des vorherigen Wuchses zu entfernen, müssen die Flächen zwei- bis dreimal, in einem Abstand von je ein bis zwei Wochen, gefräst werden. Erst im Anschluss kann das Saatgut verteilt und angewalzt werden.

Für die größeren Flächen fallen Kosten in Höhe von 1500 Euro an. Diese kommen zustande, weil die Stadt nicht über die hierfür notwendigen Maschinen verfügt. Die Kosten für die Pflege sind noch nicht bekannt. "Es ist notwendig, dass die Wildwiesen im ersten Jahr drei Mal und in den darauf folgenden Jahren zwei Mal gemäht werden", berichtet Betsch. An allen Flächen sollen Informationsschilder angebracht werden.

Durch so genannte Insektenhotels soll es eine zusätzliche ökologische Aufwertung geben. Dabei handelt es sich um künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für verschiedene Insektenarten. Betsch: "Privatpersonen können eine Patenschaft für ein Insektenhotel übernehmen."

Für die Wildwiese am Fouesnant-Platz bekommt die Stadt Unterstützung von Dorothee Schiebler, kommissarische Schulleiterin des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums. "Mit dem Projekt werden sich unsere Forscherwerkstatt und der Biologie-Unterricht der Jahrgangsstufe fünf beschäftigen."

Quelle: RP
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