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Meerbusch
Karies-Prophylaxe: Preis für Kreis-Gesundheitsamt

Meerbusch: Karies-Prophylaxe: Preis für Kreis-Gesundheitsamt
Frühkindliche Karies ist nach wie vor ein großes Problem. FOTO: dpa-tmn
Meerbusch. Der Wrigley-Prophylaxe-Preis 2017 geht an eine Kooperation des Kreisgesundheitsamtes mit der Universität Marburg.

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Wrigley-Prophylaxe-Preis wurde jetzt zum 23. Mal verliehen. Sieger im Bereich Öffentliches Gesundheitswesen mit einer Prämie von 5000 Euro ist ein interdisziplinäres Vorsorgemodell zur Vermeidung der frühkindlichen Karies, das vom Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss ins Leben gerufen und von der Universität Marburg evaluiert wurde.

Über den Preis, der in Berlin im Rahmen eines Festaktes überreicht wurde, freuen sich im Kreishaus Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky zusammen mit den beiden Preisträgerinnen Dr. Birgit Bartsch und Claudia Schütz vom Zahnärztlichen Dienst des Kreisgesundheitsamtes.

Frühkindliche Karies ist nach wie vor ein großes Problem. Schätzungsweise zehn bis 15 Prozent der Kleinkinder in Deutschland sind betroffen. Gegründet wurde die ausgezeichnete Initiative zur Vermeidung der frühkindlichen Karies im Rhein-Kreis Neuss von einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe: Dr. Birgit Bartsch und Claudia Schütz vom Kreis-Gesundheitsamt sowie Dr. Julia Winter, Prof. Dr. Anahita Jablonski-Momeni und Prof. Dr. Klaus Pieper von der Universität Marburg.

Herzstück ist die umfassende Aufklärung junger Eltern durch ein interdisziplinäres Team. Im Boot sind Gynäkologen, Hebammen, Kinderärzte, Zahnärzte und soziale Dienste der Stadt Dormagen sowie das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss als Projektkoordinator. Die Auswertung der Daten zum Kariesbefall zeigten den beeindruckenden Erfolg der Initiative, heißt es: Nach Einführung des Präventionsprogramms halbierten sich sowohl die Fälle mit mittlerer als auch die mit schwerer frühkindlicher Karies.

Dies ergab der Vergleich von 706 Kindern der Prüfgruppe und 661 Kindern der Kontrollgruppe. "Die Initiative ist ein zukunftsweisendes Modell für eine vorsorgeorientierte Zahnmedizin bei Säuglingen und Kleinkindern - auch für andere Regionen in Deutschland", lobt Dr. Michael Schäfer, Jurymitglied und Vorsitzender des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG).

Bei der Verleihung auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) in Berlin wurden zwei weitere Preise vergeben: Im Bereich Wissenschaft (5000 Euro) überzeugte ein Team der Universitätsmedizin Göttingen mit dem überraschenden Ergebnis ihrer Studie, wonach ein abwechslungsreiches Zahnputztraining deutlich effektiver ist als die Einübung immer gleicher Bewegungsabläufe. Den mit 2000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt eine zahnärztliche Initiative im hessischen Lollar für die vorbildliche zahnärztliche Betreuung von Alten- und Pflegeheimen.

Quelle: RP
 
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