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Meerbusch
Kinderkarneval, Tonnenrennen und Galasitzungen

Karneval in Meerbusch 2014
Karneval in Meerbusch 2014 FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Ein Rückblick auf das jecke Geschehen am Wochenende in Lank-Latum, Büderich und Nierst Von Maike Billen, Anne Blauth, Mara-Joana Körner, Martin Röse (Texte) und Ulli Dackweiler (Fotos)

Schon Stunden vor dem Kinderkarnevalszug in Lank-Latum bereiteten sich die Bewohner des Ortsteils auf den karnevalistischen Höhepunkt der Session vor: schmückten Fenster und Haustüren. Brachten Girlanden an Garagen an. Stellten Sekt und Knabberzeug auf den Balkon.Um 15 Uhr setzte sich dann der närrische Zug an der Kemperallee in Bewegung. 23 Klassen von Theodor-Fliedner-Schule und Pastor-Jacobs-Schule hatten sich liebevoll kostümiert. Gruppen von Drachen, Piraten mit aufgemalten Narben im Gesicht, Rennfahrer (vereinzelt mit Fahrradhelmen) und auch Astronauten zogen durch die Straßen und wurden von den Wartenden am Straßenrand mit lauten Helau-Rufen begrüßt.

Fünf Musikkapellen gaben den Takt vor. Und dann kam auch das Lanker Kinderprinzenpaar. Von ihrer rollenden Burg – den Wagen hatten die "Grünen Husaren" gebaut, es war bereits ihr 40. – grüßten Prinz Tobias und Prinzessin Lisa Marie die Jecken. Und auch das Nierster Kinderprinzenpaar, Pascal und Liv, zog in Lank-Latum mit, trotz Raketenantriebs dauerhaft hinter den Lanker Regenten. "Dieser Kinderkarnevalszug ist ein fester Bestandteil Lank-Latumer Brauchtums", sagt Wolfgang Trapp. Finanziert wird der Zug großenteils aus Spenden, die alljährlich vor Sankt Martin in Lank-Latum gesammelt werden. Mitgeholfen haben auch das Offizierscorps der Lank-Latumer Schützenbruderschaft und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lank-Latum.

Geschicklichkeit war gestern beim traditionellen Tonnenrennen in Büderich gefragt: Bei strahlendem Sonnenschein verfolgten zahlreiche Besucher gespannt den Wettbewerb auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz. Musikalisch begleitet wurde das Rennen vom Bundestambourkorps Rheintreue und dem Bundesschützenfanfarenkorps Büderich 1968. Auch dieses Jahr mussten die Teilnehmer wieder ihre Tonnen durch den Parcours ans Ziel bringen, möglichst ohne sie unterwegs von den Schubkarren rollen zu lassen.

Das war angesichts der verschiedenen Parcours-Elemente schwer: Über mehrere Holzbalken, eine Holzwippe und eine Hügelkonstruktion musste die Fracht transportiert werden. Zum Abschluss ging es für jeden Teilnehmer durch ein niedriges Holztor – ein unbequemes Ende für die größeren Teilnehmer, das die kleineren aber mühelos bewältigten. Von den Herren beendete Moritz Hildebrandt den Parcours am schnellsten, während Hanne von der Beeck das Rennen der Damen für sich entscheiden konnte. Julie Davies lag bei der Jugend vorne. Im Teamwettbewerb gewannen die "Tonnenklemmer". Ein Höhepunkt war die Versteigerung eines Bundesliga-Trikots von Martin Stranzl.

Der in Büderich wohnenende Spieler von Borussia Mönchengladbach war bei der Versteigerung dabei und erhöhte den Endpreis von 220 Euro aus eigener Tasche um weitere 300 Euro auf 520 Euro. Der Reinerlös der Veranstaltung ging zur Hälfte an den Verein für Behinderte und den Förderverein der Kreissonderschule in Kaarst-Holzbüttgen, getreu dem Motto des diesjährigen Rennens "Schützen helfen Behinderten".

In der Regel ist an Wochenenden in Schulen nicht viel los, doch Samstagabend feierte die KG Blau-Weiß Büderich in der Maria-Montessori-Gesamtschule ihre Galasitzung. Präsident Michael Hermes eröffnete den Abend – und machte nach einem dreifachen Helau Platz für die Bigband "Werstener Music Company". Zu Liedern wie "Su lang mer noch am lääve sin" und "Que Sera" tanzten Mönch, Marienkäfer, Kapitän und Robin Hood zusammen. Die Jecken der KG hatten sich bei ihren Kostümen viel Mühe gegeben.

Auch die Lachmuskulatur wurde am Abend bemüht: Eingeladen waren unter anderem Olaf Bürger als "Edno Bommel" und Christian Pape, der mit dem Publikum in Nostalgie verfiel. Zumindest mit denjenigen, die vor 1980 geboren sind. Diese Generationen wüssten noch, wie es ist, "den Telefonhörer abzunehmen und nicht schon vorher zu wissen, wer dran ist", so Pape. Die Kölner Band "Kuhl un de Gäng" brachte den Saal zum Kochen – mit alten Karnevalshits in moderner Fassung. So wurde die Neuinterpretation von Jupp Schmitz' "Am Aschermittwoch ist alles vorbei" zu einer Liebesgeschichte, die am Rosenmontag ihren Anfang nimmt, aber keinesfalls schon Aschermittwoch enden soll. Die Gäste wünschten sich lautstark eine Zugabe der Kölner.

Auch im Nierster Festzelt wurde am Samstagabend gefeiert, beim Kostümball der KG Kött un kleen. Unter dem Motto "Die Große bunte Comicwelt – hant mer os noh Neesch bestellt" hatten Kleingruppen bis zu drei Personen und größere Gruppen sich viel Mühe gegeben und aufwändige Kostüme selbst gebastelt. Die "Glücksbärchis" beispielsweise hatten schon im Oktober angefangen.

Nachdem sich die Kostümierten in einer Polonaise der Jury aus und seinen Ministern präsentiert hatten, gab Prinz Günther III. Pennart die Gewinner bekannt. Bei den Einzelkostümierungen gewannen die beiden "Wassernixen" Dorothee und Cordula Lücke, Platz zwei und drei belegten "Tweety und Sylvester" und Flamingo Isabel. Den ersten Platz der Gruppenkostüme gewannen die "Octopussys". Sie haben sich die elf Nierster Frauen seit Anfang des Jahres jede Woche dreimal getroffen, um ihre Kostüme fertigzustellen. Den zweiten Platz der Gruppenkostüme belegten die "Glücksbärchis", den dritten die "Ducktales". Auch nach der Prämierung der Gewinner wurde in karnevalistischer Stimmung weitergefeiert bis gegen 2 Uhr die Band das letzte Lied spielte und das Zelt sich leerte.

Quelle: RP
 
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