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Meerbusch
Klare Regeln für alle Gartencenter

Meerbusch: Klare Regeln für alle Gartencenter
Rund um das Gartencenter der Bogie GmbH sind Flächen zur Vergrößerung des Betriebs vorhanden. Geschäftsführer Martin Bogie sieht Erweiterungsbedarf, weiß aber auch, dass Vergrößerungspläne oft nur schwer zu realisieren sind. Einen Umzug kann er sich nur schwer vorstellen. FOTO: Ulli dackweiler
Meerbusch. Die Gartencenter im Stadtgebiet sind ein wichtiger Wirtschaftszweig für Meerbusch. Wie sie sich vergrößern können und was dort verkauft werden darf, ist bisher aber nicht klar geregelt. Ein Beschluss soll dies nun ändern. Von Tim Specks

Auf mehr als 26.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bieten Gartencenter in Meerbusch ihre Waren an, derzeit gibt es sechs von ihnen im Stadtgebiet. Die Zahlen machen deutlich: Die Pflanzenmärkte sind von großer Bedeutung für den städtischen Einzelhandel. Auch das Geschäft stimmt. Mehrere Betriebe würden ihre Verkaufs- und Produktionsflächen gerne vergrößern. Bisher gibt es bezüglich eventueller Expansionen aber weder für die Gartencenter selbst noch für die Stadt Meerbusch Rechtssicherheit.

Das soll sich nun ändern: Mit einem Beschluss zum Flächennutzungsplan will der Ausschuss für Planung und Liegenschaften klare Regeln für die Vergrößerung der Gartencenter aufstellen. Zudem soll festgelegt werden, in welchem Rahmen die Gartencenter Waren verkaufen dürfen, die für sie als Randsortimente gelten. Dazu gehören unter anderem Geschenkartikel, Haushaltswaren und Lebensmittel.

Die Bogie GmbH gehört zu den Betrieben, die ihre Verkaufsfläche gerne vergrößern würden. "Wir platzen aus allen Nähten", sagt Geschäftsführer Martin Bogie. Er würde gerne vorhandene Flächen überdachen und sein Gartencenter erweitern. Dieses Vorhaben gestaltet sich aber schwierig. "Es ist schwer, voranzukommen. Solche Vorgänge dauern einfach lange," sagt er. Die Stadt unterstütze ihn aber auf allen Ebenen.

Für die Vergrößerung aller Verkaufsflächen der Gartencenter ist in dem Beschlussvorschlag des Ausschusses für Planung und Liegenschaften eine Gesamtfläche von rund 4300 Quadratmetern vorgesehen. Für jeden einzelnen Betrieb soll - bei Bedarf - eine Vergrößerung um 15 Prozent der vorhandenen Fläche genehmigt werden. Durch den Beschluss sollen nicht nur für Betriebsvergrößerungen Regeln aufgestellt werden. Immer mehr Gartencenter bieten neben Pflanzen und Gartenbedarf auch sogenannte Randsortimente an, die vornehmlich durch den Einzelhandel in den Ortsteilen verkauft werden.

Um diesen Verkauf in den Gartencentern zu begrenzen, soll die erlaubte Verkaufsfläche für diese Sortimente auf fünf Prozent der Gesamtverkaufsfläche festgelegt werden. Lediglich dem Gartencenter Jentjens in Osterath sollen aufgrund des kompakteren Betriebs zehn Prozent zugestanden werden.

"Durch die Regelungen soll den Gartencentern eine Planungssicherheit gegeben werden", erklärt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter der Stadt, das Vorhaben. Trotz der bisher ungeregelten Sachlage sind die Betreiber der Gartencenter mit der Zusammenarbeit mit der Stadt zufrieden. "Wir finden immer Wege, uns mit der Stadt zu einigen", sagt Robert Selders von der Garten Selders GmbH. Auch wenn die Konkurrenz in Meerbusch groß sei, ist er mit dem Standort seines Betriebs zufrieden. Eine Vergrößerung des Betriebs kann sich auch Anja Schubert vom Pflanzencenter Meerbusch vorstellen. Festgelegte Vorgaben zum Ausbau der Gartencenter sieht sie eher als Hinderung.

"Es ist einfach sehr viel, das berücksichtigt werden muss. Früher war man der Landwirtschaft gegenüber offener, man hatte mehr Spielraum." Die Betreiber der Gartencenter scheinen den geplanten Beschluss zu begrüßen. "Das gibt uns Planungssicherheit", sagt Martin Bogie. Mit seinem Betrieb auszusiedeln, kann er sich kaum vorstellen, sagt aber auch: "Wenn alle Stricke reißen, ist ein Umzug nach Heerdt denkbar."

Quelle: RP
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