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Meerbusch
Konvertergegner: "Kampf geht weiter"
Meerbusch: Konvertergegner: "Kampf geht weiter"
Gegner des Konverterstandorts Osterath könnten sich den Bau der Anlage auf dem Kraftwerksgelände in Frimmersdorf bei Grevenbroich vorstellen. FOTO: Reuter
Meerbusch. Die Zustimmung des Bundeskabinetts zum Bundesbedarfsplan Strom (RP berichtete) hat die Konvertergegner nicht entmutigt. Im Gegenteil. Denn die jüngsten Version des Plans enthält zwar die Stromtrasse durch Meerbusch und den Konverter – Doch es wurden noch in den vergangenen Wochen Änderungen eingearbeitet, die beim Konverterstandort einen Spielraum von deutlich mehr als zehn Kilometern lassen. Von einer deutlichen Aufweichung des ursprünglichen Plans in Sachen Konverter spricht Kirsten Danes. Sprecherin der Bürgerinitiative. Von Jan Popp-Sewing

"Die Entscheidung des Kabinetts war nach dem normalen Gang des Verfahrens zu erwarten. Daran konnte man nichts ändern", so die Rechtsanwältin. Sie erinnert daran, dass der Plan noch Bundestag und Bundesrat passieren muss und dann auch noch das Planfeststellungsverfahren anstehe: "Noch ist nichts spruchreif". Die Zeit bis zur Verabschiedung – voraussichtlich im Mai – will die Bürgerinitiative nutzen, um weiter in Politik und Bürgerschaft für ihr Ziel zu werben: Einen Konverterstandort deutlich außerhalb dicht besiedelter Gebiete. Kirsten Danes: "Wir unterstützen die Energiewende und haben auch nichts gegen die neue HGÜ-Stromleitung. Aber der riesige Konverter darf nicht in der Nähe von Wohnbebauung errichtet werden". Am von Amprion geplanten Standort am Ingerweg wäre das 100 x 200 Meter große und 20 Meter hohe Gebäude etwa 300 Meter von Häusern am südlichen Rand von Osterath entfernt. "Nun geht es darum, genügend Druck zu erzeugen, damit Amprion einen guten Alternativstandort findet", so Kirsten Danes. Dafür haben sich auch der Meerbuscher Stadtrat und – in dieser Woche – der Kreistag ausgesprochen.

Wird der jetzt vorliegende Entwurf verabschiedet, könnte der Konverter rein rechtlich wohl auch in der Nähe eines der niederrheinischen Braunkohlekraftwerke entstehen. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte Ende Oktober ein Areal auf dem Gelände des Kohlekraftwerks Frimmersdorf (etwa 30 Kilometer von Meerbusch entfernt) vorgeschlagen. Dort werden Flächen frei, weil zwei 150 Megawatt-Blöcke Ende des Jahres vom Netz gehen. Bislang gibt es für das Gelände keine neue Nutzung.

Auch die Grünen im Landtag setzen sich für den Konverter-Standort Frimmersdorf ein. "Da Amprion die Trasse durch das Braunkohlenrevier plant, ist es sinnvoll, vorhandene großtechnische Standorte zu nutzen statt in die Nähe der Wohnbebauung zu gehen", so Grünen Landtags-Fraktions-Chef Reiner Priggen.

Für die kommenden Wochen plant die Bürgerinitiative wieder eine Veranstaltung – auch mit Amprion-Vertretern. Anfang Dezember hatten die Bürger eine Demonstration in Osterath organisiert – mit mehreren hundert Teilnehmern.

Quelle: RP/ac/jco
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