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Meerbusch
Kreispolizei hat zu wenig Personal für Präsenz in sozialen Medien

Meerbusch. Die Polizei im Rhein-Kreis ist bei Facebook, Twitter und Co nicht aktiv. Es fehlt an Personal und an Vertrauen in die sozialen Medien. Politiker aus CDU und SPD wollen das Thema angehen. Von Ludger Baten und Laura Sandgathe

Während des Amoklaufs in München hat die Polizei über die sozialen Medien schnell und sachlich informiert. Dafür bekam sie viel Anerkennung. Auch in Nordrhein-Westfalen nutzen immer mehr Polizeidienststellen Facebook und Co. Nicht so die Polizei im Rhein-Kreis. Hier gibt es laut Sprecherin Diane Drawe keine Pläne, kurzfristig aktiv zu werden.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist da eine generelle Skepsis: "Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich dort Spekulationen, Gerüchte und Unwahrheiten rasant verbreiten lassen", sagt Drawe. Die sozialen Medien lebten von einer schnellen, unmittelbaren Kommunikation: "Diesem Anspruch gerecht zu werden, könnte zu Lasten der Informationsqualität gehen."

Zum anderen fehlt es an Personal. Eine Facebookseite muss nach Meinung von Landrat und Chef der Kreispolizeibehörde Hans-Jürgen Petrauschke rund um die Uhr betreut werden. Nach Auflage des Landesinnenministeriums müssen die Behörden sicherstellen, dass auf ihren Seiten keine strafbaren oder anstößigen Inhalte veröffentlicht werden. "Das kriegen wir im Moment nicht hin", sagt Petrauschke.

Geht es nach der Politik, soll sich das bald ändern. Für Dieter Welsink, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag, ist klar, "dass wir künftig ohne Facebook, Twitter und Apps im Warnsystem nicht mehr auskommen werden". Der SPD-Land- und Kreistagsabgeordnete Rainer Thiel hat sich während des Amoklaufs in München selbst über die sozialen Medien informiert. "Ich weiß, wie nützlich die Informationen waren", sagt er und regt an, das Thema nach der Sommerpause - "ohne Druck, aber zielgerichtet" - auf die politische Tagesordnung zu setzen.

Die Gefahr des Missbrauchs, die Drawe anspricht, sehen auch Thiel und Welsink. "Aber das kann geahndet werden", sagt Thiel. Welsink schlägt in dieselbe Kerbe: "Wir müssen alles tun, um Falschmeldungen zu verhindern, und die Auslöser zur Rechenschaft ziehen."

Die Polizei im Umkreis ist in den sozialen Medien teils seit Jahren aktiv. In Krefeld informierte die Polizei unlängst zuerst über Facebook über eine Bombendrohung. Auch die Polizeien Düsseldorf und Mönchengladbach veröffentlichen auf Facebook Berichte über aktuelle Einsätze und präventive Hinweise für die Bevölkerung. Zudem gibt es Nützliches wie Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten. Das von Petrauschke angesprochene Problem, den Facebookauftritt nicht rund um die Uhr betreuen zu können, wird mit einem Hinweis auf der Seite gelöst: "Diese Facebook-Seite wird nicht ständig betreut. In Notfällen wählen Sie 110!"

Quelle: RP
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