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Meerbusch
Künstler in ihrem Atelier erlebt

Meerbusch. Zum siebten Mal beteiligte sich Meerbusch an der kreisweiten Aktion "Arbeitsplatz Kunst". Viele Besucher reisten von Atelier zu Atelier. Von Monika Götz

30 Meerbuscher Künstler nutzten die Möglichkeit, sich von Atelier-Besuchern über die Schulter sehen zu lassen, Quellen der Inspiration oder Details über ihre Arbeitsweisen preiszugeben.

So konnten die Besucher von Beate Dohme im Alten Güterbahnhof erfahren, dass sie sich neben ihrer Malerei seit zwei Jahren mit Keramik-Plastiken beschäftigt. Die zarten, an die Unterwasserwelt erinnernden Objekte häufig aus schwarzem Ton und teils mit Engobe, einer dünnflüssigen Tonmineral-Masse eingefärbt, gefielen den Besuchern. "Hier gibt es spannende Techniken zu sehen", finden Claudia und Uwe Lagac, die sich in den Ateliers umsahen. Beate Dohme liebt den Kontakt mit dem Material: "Das ist ein bisschen archaisch." Auch Michael Vogel geht mit den Materialien, die er zu Schmuck verarbeitet, respektvoll um. Der Schmuckdesigner nutzt Sandguss, um Ringe mit einer interessanten Oberfläche anzufertigen: "Den öligen Sand, in den ich die Wachsformen tauche, kann ich manipulieren." Dekorativ sind auch die Silberringe, in die Rundungen aus ligurischem Olivenholz eingeklebt werden. Olivenöl und -holz sind quasi Eigen-Produkte. Denn Michael Vogel verbringt viel Zeit in Ligurien - wie auch seine Partnerin Malgorzata Klaus. Sie gibt sich ganz der künstlerischen Freiheit hin, gestaltet mit viel Fantasie Buchobjekt-Unikate, erklärt im Güterbahnhof, wie sie Collagen oder colorierte Tuschezeichnungen erstellt und zeigt Bilder, in denen sie Menschen mit Hörnern oder vier Beinen vorstellt: "Stillleben und Fabelwesen - das läuft parallel."

Zwei Besucher aus Krefeld sind von der Kunstvielfalt in Meerbusch begeistert. Sie sind regelmäßig in Meerbusch, wenn die Arbeitsplatz-Kunst-Aktionen stattfinden und besuchen mehrere Ateliers. Ihnen haben auch die "Wasserlandschaften" von Gerda Kreuzer-Hemmers gut gefallen. Die Künstlerin lässt sich gern von Wasserflächen inspirieren. Das kann ein See oder Meer sein, aber auch die Ramsauer Ache, ein Fließgewässer in Bayern. Das Gesehene hält sie meist in Makro-Aufnahmen fest, gibt es dann aber aus ihrer eigenen Sicht wieder: "Ich fange Formen, Flächen und Linien ein."

Auch im Atelier des Büderichers H. Dieter Golibrzuch sah sich ein "sehr interessiertes Publikum" um. Ähnliche Erfahrungen haben Monica Ana Capresa und Wolfgang Wolter in Langst-Kierst gemacht. Es seien zwar nicht allzu viele Besucher bei ihnen gewesen, aber "den wenigen Besuchern haben unsere Arbeiten gut gefallen". Dieses Fazit zieht auch Erika Schlee, die ihr Strümper Atelier mit Gabriele Mock teilte.

Künstlerin Marlies Blauth machte bei der zweitägigen Aktion, die auch im Kreis Neuss lief, ebenfalls mit. Sie erklärte, wie sie eine glatte Fotopapier-Oberfläche so verändert, dass sie selbst mit Bleistift darauf arbeiten kann.

Quelle: RP
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