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Meerbusch
Künstler und Kunst hautnah erleben

Meerbusch. Unter dem Motto "Kunst– in eigener Sache" konnten Besucher am Wochenende Ateliers Meerbuscher Künstler besichtigen Von Monika Götz

Für Peter Podewils ist es zur Gewohnheit geworden, Künstler in ihren Ateliers zu besuchen: "Wenn es derartige Aktionen gibt, bin ich unterwegs." Deshalb sah er sich auch jetzt, als "Kunst – In eigener Sache" in die vierte Auflage ging, beim Steinbildhauer Ben Stuurman um. Dort zeigte auch Martina Kissenbeck aktuelle Arbeiten, unter anderem eine kleine Serie von Tusche-/Acryl-/Graphitarbeiten auf feinem Japanpapier. Großformatig, 100 mal 200 Zentimeter, sind "Schweigen" oder "Annäherung. Sie weisen mittels abstrakter und figürlicher Überlagerungen auf verschiedene Ebenen des Lebens hin.

Dass sich die Künstlerin mit ihren Werken in der Bildhauerwerkstatt gut aufgehoben fühlt, ist kein Zufall. Denn neben Malerei und Grafik hat sie an der Folkwangschule auch Bildhauerei studiert. "Unsere Arbeiten ergänzen sich", finden Martina Kissenbeck und Ben Stuurman. Seine weiblichen Torsi aus fein geschliffenem Marmor oder grobem, ursprünglichem Jura verführen zum Berühren. Und das ist auch erlaubt. Denn in dieser Werkstatt wird Kunst gelebt und durch die Erzählungen des Bildhauers zur jeweiligen Entstehungsgeschichte zusätzlich belebt. Über die Intention oder die Hintergründe zu berichten, versteht auch Herbert Koller.

Unter den alten Fachwerkbalken in seiner Atelier-Scheune in Nierst erfuhren die Besucher von dem studierten Bildhauer und Fotografen alles über symmetrische Perspektiven und seine kosmogonische, von visuellen Beobachtungen geprägte Stadt. Der Urknall, die Teilchen sind ebenfalls sein Thema: "Ich möchte das abstrakte Denken in Kunst umsetzen." Das Atelier-Publikum war erstaunt, was sich in den Bauernhof-Räumen alles verbirgt: "Moderne Kunst an einem traditionellen Ort. Das ist spannend." Ähnlich erging es den Besuchern des Ateliers von Martin Theis in einer noch ursprünglich erhaltenen Scheune in Osterath: "Hier erarbeite ich die schweren Objekte." Andrea Welb aber interessierte sich für die in Brasilien entstandenen Stillleben und Niederrhein-Ansichten von Michael Vogt. Die Kunsthistorikerin und freie Kuratorin ist in Lank-Latum aufgewachsen, liebt die hiesigen Landschaftsmerkmale und nutzt die geöffneten Ateliers, um sich zu informieren: "Ich möchte sehen, wie sich die Künstler weiterentwickeln." Sie schätzt ebenso wie Peter Podewils das Atelier-Gespräch. Der Osterather meint, nicht viel von Kunst zu verstehen.

Aber er ist interessiert und möchte wissen: "Was machen die Künstler, an was wird gearbeitet." Außerdem ist er der Meinung, der Bezug zu einem erworbenen Bild oder einer Skulptur sei enger, wenn er den Künstler persönlich kennt: "Sonst ist es eher anonym." Aktionen wie "Kunst - In eigener Sache" findet er deshalb "ganz prima". Damit haben die Ideengeber ihr Ziel erreicht, als Mensch und Künstler in ihrem Arbeitsumfeld für Interessierte hautnah erlebbar zu sein. "Nächstes Jahr geht es weiter", verspricht Michael Vogt.

Quelle: RP
 
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