| 00.00 Uhr

Das Wochenende
Kunst total in Kirche, Mühle und Bahnhof

Das Wochenende: Kunst total in Kirche, Mühle und Bahnhof
Tanja Moszyk mit einem ihrer Bilder, die sie in der Apsis zeigt. FOTO: Dackweiler Ulli
Meerbusch. Gleich drei Ausstellungen werden am Wochenende in Meerbusch eröffnet: Bei "Kunst in der Apsis" zeigt Tanja Moszyk ihre Arbeiten, die Gruppe Aluna stellt im Alten Güterbahnhof aus, und die Freien Künstler zeigen ihre Werke in der Teloy-Mühle.

Der Pfau ist ein außergewöhnliches Tier. Er vermittelt nicht nur Schönheit und Kraft. Er steht im Christentum auch symbolisch für das Sinnbild des Paradieses, der Unsterblichkeit. Mit der Darstellung seiner strahlenden Schönheit weist Tanja Moszyk in der Apsis-Kunst-Reihe der Evangelischen Kirche Osterath unter dem Titel "Tiere der Bibel" jetzt auf seine Bedeutung hin.

Die 1972 in Dortmund geborene Kommunikationsdesignerin hat sich vor einigen Jahren des Themas "Evolution und Schöpfung" angenommen und beschäftigt sich auf künstlerischer Basis mit der Kommunikation zwischen Tier und Mensch. Tanja Moszyk, die in Dortmund das Atelier "Anschnitt" betreibt und auch die Jugendkunstschule "balou" leitet, porträtiert die Tiere in unterschiedlichen Techniken, kombiniert Malerei, Zeichnung und Druckgrafik gern auf einem Bild und nutzt den Holzschnitt, um aus drei Heuschrecken-Ansichten einen kompletten Schwarm aufzustellen. Damit demonstriert sie die allseits bekannte biblische Plage.

Annelie Hänel, Angelika Weber, Nicole von Schack-Lutz und Ulla Kupper-Voßpeter (v.l.) sind die Gruppe Aluna. FOTO: Ulli Dackweiler

Wechselseitig dazu zeigt die Künstlerin als zeitkritische Ausnahme in dieser auch mit "unbiblischen Erdmännchen" ansonsten heiter bestückten Ausstellung eine Arbeit, die auf die aktuell vielzitierte, sich um "neuzeitliche" Heuschrecken drehende Debatte hinweist. Das Tier, das im Mittelpunkt des biblischen Zitats "Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr . . ." steht, darf natürlich nicht fehlen. In Mischtechnik erstellt wird die majestätische Ausstrahlung dieser Tiere dargestellt und auch der Esel und Dromedare gedacht. Ein bedrohlich aussehender Löwe und friedlich im tiefblauen Meer schwimmende Fische sind ebenfalls zu sehen - mit Blick auf den Abschluss der Restaurierungsarbeiten zum letzten Mal im Mehrzweckraum des Gemeindezentrums. Auf das Zitat um Kamel und Nadelöhr bezogen erinnert Marlies Blauth, Leiterin des Projekts "Kunst in der Apsis": "Diese Tiere scheuen sich tatsächlich, unter Balkonen und Torbögen durchzugehen." Um mehr über diese und andere Tiere hinter der Symbolik zu erfahren, wird Gaby Fieselmann vom Zoo Krefeld, am Sonntag, 11.15 Uhr, die Ausstellung eröffnen. Die Ausstellung ab der Alte Poststraße ist bis 30. Oktober werktags von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 02159 50442 zu sehen.

Die vier Künstler der Gruppe Aluna sind zu einem Team zusammengewachsen, aber die eigenen Ideen, die Betonung des persönlichen Stils bleibt als Grundlage ihres Austauschs erhalten. Welche Arbeiten auf dieser Basis in den vergangenen zwölf Monaten entstanden sind, zeigen sie am Wochenende im Alten Güterbahnhof. Parallel dazu sind auf das Thema "Rast-Stätten" bezogene Bilder zu sehen.

Nicole von Schack-Lutz setzt diesen Anspruch mit künstlerisch aufbereiteten Stühlen und Sesseln als Ruhepunkte um. Außerdem sind von ihr Fantasie-Landschaftsansichten in Spachteltechnik, bearbeitet mit Tinte und Tusche zu sehen. Teilweise gespachtelt wurde auch die Pierrot-Ansicht. Dazu rührt Angelika Weber die Spachtelmasse selbst an, reißt sie bei der ein oder anderen Arbeit auf der Leinwand auf und erreicht so besondere Effekte. Diese werden von Annelie Hänel mittels Reduzierung erreicht. Von einem im mallorquinischen Winter aufgenommenen Foto hat sie lediglich die Perspektiven übernommen, das Wesentliche betont und es in eine sommerlich anmutende Szenerie gesetzt. Zur Thematik "Rast-Stätten" zeigt sie Fotos mit Ruheplätzen, aufgenommen unter anderem in Mailand oder auf Bali, wo sich nach einem religiösen Fest die Gläubigen zusammenfinden.

Ulla Kupper-Voßpeter lässt den Betrachter durch ein zu öffnendes Fenster blicken und lädt mit einer Bank unter einem dicht belaubten Baum zum Entspannen ein. Außerdem zeigt sie auf vorwiegend in Öl oder Acryl erstellten Arbeiten das Benrather Schloss oder einen fantasievollen Blick auf die Düsseldorfer Skyline. Auch diese Bilder drücken den Anspruch aus, den das Aluna-Team dank gegenseitiger Inspiration und der Umsetzung eigener Ideen lebt - "unsere ARTen, die Welt zu sehen". Die Vernissage ist heute um 19 Uhr. Samstag und Sonntag sind die Werke von 11 bis 17 Uhr an der Ladestraße zu sehen.

Am Sonntag, 15 Uhr, wird in der Teloy-Mühle die Jahresausstellung des Vereins "Freie Künstler Meerbusch" eröffnet. 14 Künstler zeigen ihre Arbeiten. Lothar Beseler vom Meerbuscher Kulturkreis spricht einleitende Worte, Gisa Rosa zitiert Albert Einstein zu Kunst und Wissenschaft. Für den musikalischen Rahmen sorgt Horst Fischer, stellvertretender Landrat, am Piano.

Vernissage: Sonntag, 15 Uhr. Dienstags bis samstags 15-18 Uhr, sonntags 11-18 Uhr. Finissage: 11. September, 11-18 Uhr.

(mgö)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Das Wochenende: Kunst total in Kirche, Mühle und Bahnhof


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.