| 00.00 Uhr

Meerbusch
Land NRW zahlt für Umbau der Halle

Meerbusch: Land NRW zahlt für Umbau der Halle
Sportunterricht findet in dieser Halle des Meerbusch-Gymnasiums seit gestern nicht mehr statt. Nach den Herbstferien sollen dort - nach entsprechendem Umbau - Flüchtlinge untergebracht werden. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Seit gestern stehen die Sporthallen des Meerbusch-Gymnasiums nicht mehr für den Schulsport zur Verfügung. Die Stadt Meerbusch lädt in drei Wochen zu einem Informationsabend nach Strümp ein Von Anke Kronemeyer und Martin Röse

Auch wenn die Kostenzusage von der Bezirksregierung noch aussteht: Die Stadt plant fest damit, dass die Sporthallen des Meerbusch-Gymnasiums in Strümp zu einer weiteren Notunterkunft umgebaut werden. Nachdem der letzte Sportunterricht dort stattgefunden hat, muss erst einmal alles ausgeräumt werden. Dann geht es an den Umbau. So müssen mehr Fluchtwege nach draußen gebaut werden, zudem ist eine flächendeckende, kabelgebundene Brandmeldeanlage nötig, heißt es auf Anfrage der Rheinischen Post. Außerdem müsse die Stromversorgung für den Caterer gelegt werden sowie das Außengelände hinter der Halle befestigt, Schulgebäude und Sporthalle durch Zäune voneinander getrennt werden. All diese Kosten muss nicht die Stadt übernehmen. Auch wenn die Gymnasiasten nicht mehr in der Halle Sport machen können, so bleibt doch der Außensportbereich mit dem Beachvolleyballplatz für die Schüler erhalten.

Weil in der Halle Sanitäranlagen vorhanden sind, muss die Stadt keine extra Toiletten (wie am Mataré-Gymnasium) installieren. Und weil jetzt die Registrierung und medizinische Untersuchung in der Sporthalle des Berufsbildungszentrums in Grevenbroich erfolgt, werden weitere Versorgungszelte in Strümp auch nicht benötigt, so die Auskunft aus dem Rathaus.

Wie viele Flüchtlinge genau erwartet werden, kann zur Zeit offenbar nur geschätzt werden. Die letzte Mitteilung der Bezirksregierung Arnsberg weise zwar eine "Aufnahmeverpflichtung" von 80 Personen aus, bis jetzt sollen davon 32 Personen zugewiesen werden. "Eine Mitteilung, dass die Asylsuchenden in einem Schwung zugewiesen werden, liegt nicht vor", so die Stadt. Der Bezirksregierung Arnsberg sei vor zwei Tagen mitgeteilt worden, dass Meerbusch eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung baue, die zeitnah nach den Herbstferien bezogen werden soll. Im Rathaus gehe man davon aus, dass über die bereits angekündigten 32 Regelzuweisungen hinaus bis auf Weiteres keine weiteren Flüchtlinge nach Meerbusch kommen. Aber: Die Dreifachsporthalle und die angrenzende Turnhalle können mit jeweils maximal 199 Personen belegt werden. Nach einem gesonderten, aber noch nicht vom Land beschlossenen Berechnungsschlüssel, nach dem die Zahl der Betten mit dem Faktor 0,3 multipliziert wird, würden die 175 Plätze in der Sporthalle des Mataré-Gymnasiums mit 226 Plätzen angerechnet, die im Meerbusch-Gymnasium mit 520 Plätzen.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage hatte in der vergangenen Woche vermutet, dass sich die Bezirksregierung Arnsberg entweder verrechnet hatte oder dass falsche Voraussetzungen bei der Zuweisung gegolten hätten. Darüber laufen offenbar noch Gespräche mit den Behörden. "In den ersten sieben Monaten hat die Stadt nach Zuweisungen monatlich im Durchschnitt 17 Personen zusätzlich aufgenommen; nun sollen es 138 Zuweisungen monatlich sein. Das ist nicht nachvollziehbar. Die Aussage widerspricht auch dem Schreiben der Bezirksregierung Arnsberg aus der letzten Woche, die Stadt habe künftig eine Aufnahmeverpflichtung von 18 Flüchtlingen wöchentlich, als etwa 78 monatlich", so die Bürgermeisterin auf RP-Anfrage.

Sie sagt aber auch, dass es völlig unklar sei, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln werden. Neben der geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Insterburger Straße für 120 Personen in der Regelzuweisung würden Gespräche mit gemeinnützigen Wohnungsbauträgern zum Bau weiterer Unterkünfte laufen.

Diese Wohnungen sollen dann später als sozialer Wohnungsbau genutzt werden. Ebenfalls führe die Stadt Gespräche wegen der Anmietung von Flächen, die geeignet seien, den speziellen Anforderungen an die Flüchtlingsunterkünfte zu entsprechen. Mielke-Westerlage: "Wir werden darüber hinaus Mittel in den Haushalt 2016 aufnehmen, um weitere Unterkünfte zu bauen und anzumieten."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Meerbusch: Land NRW zahlt für Umbau der Halle


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.