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Meerbusch
Lanker Firma forscht an fixem 3D-Druck

Meerbusch: Lanker Firma forscht an fixem 3D-Druck
Die Ingenieure Jörg Schulte (links) und Frank Backes arbeiten an einer Software, die den 3D-Druck von Kunststoffteilen revolutionieren soll. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Aktuell nimmt die Meerbuscher Informationstechnik GmbH an einem vom Bund geförderten Forschungsprojekt teil. Ziel ist es, selbst komplexe Kunststoffteile schnell und kostengünstig herzustellen Von Ananda Kordes

Der Prototyp - ein bunter Becher, nicht schnörkellos nach oben verlaufend, sondern mit einigen Knicken und Kanten - steht bei der Firma Mebitec schon zum Anfassen auf dem Tisch. Es ist das erste Ergebnis eines bundesweiten Forschungsprojekts, an dem sich die Lanker Informationstechnik GmbH seit November dieses Jahres beteiligt. "Die Herstellung von Kunststoffteilen mittels 3D-Druck ist noch relativ neu. Das Problem ist, dass das Verfahren vor allem recht teuer und zeitaufwändig ist", erklärt Frank Backes, Geschäftsführer von Mebitec.

Das soll sich nun durch das aktuell angelaufene Forschungsprojekt, das mit rund 2,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, ändern. Gemeinsam mit acht weiteren Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem ganzen Bundesgebiet soll binnen der nächsten drei Jahre ein Verfahren auf den Markt gebracht werden, das nicht nur um ein vielfaches kostengünstiger und schneller die Produktion von Prototypen ermöglicht, sondern auch das Produzieren kleiner Serien. "Bislang dauert die Herstellung dieses Bechers gut zwei Stunden. Wir schaffen es hingegen in nur fünf Minuten", erklärt Jörg Schulte, Ingenieur bei Mebitec, den großen Unterschied. Mebitec soll dafür die passende Software liefern.

Doch worin liegt die Innovation denn genau? "Der Vorteil bei unserem Projekt ist, dass wir erstmals ein komplettes 3D-Verfahren liefern können", betont Backes. So entwickelt Mebitec ein neuartiges Softwareprogramm, das technische Zeichnungen, so genannte CAD-Datensätze, für einen Roboterarm in eine "Sprache" umsetzt, damit dieser wiederum Gegenstände aller Art herstellen kann. "Auf diese Weise können eben auch räumlich komplexe Gegenstände aus Kunststoff schnell und kostengünstig hergestellt werden", so die promovierten Experten.

Einsatzgebiete für die Zukunft sieht das Meerbuscher Unternehmen etwa bei der Herstellung von Prothesen, die häufig individuell gefertigt werden müssen. "Für herkömmliche Verfahren, wie beispielsweise das Kunststoffspritzgießen, müssen jeweils eigene Gusswerkzeuge hergestellt werden. Das ist teuer und aufwändig, fällt aber mit unserem 3D-Druck komplett weg", erklärt Backes.

480.000 Euro investiert Mebitec in das 3D-Druck-Projekt, 40 Prozent davon werden vom Bund aus dem bestehenden Fördertopf gezahlt. Backes: "Das Ziel ist, dass wir als Softwareentwickler gemeinsam mit dem Unternehmen 3D-Schilling, das die Maschinentechnik entwickelt, mit dem Produkt dann erfolgreich an den Markt gehen können."

Quelle: RP
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