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Meerbusch
Lanker gegen mehr Wohnen in der Ortsmitte

Meerbusch: Lanker gegen mehr Wohnen in der Ortsmitte
FOTO: Hans-Juergen Bauer
Meerbusch. Die Stadt möchte im Bereich zwischen Fronhofstraße, Gonellastraße und Pfarrstraße neue Wohnbauflächen schaffen. Die Grundstückseigentümer lehnen eine weitere städtebauliche Entwicklung des Innenbereichs allerdings ab. Von Julia Hagenacker

Den Innenraum verdichten oder nach außen wachsen? Wenn es in Städten um die Frage geht, wie und wo sich zusätzlicher Wohn- und Lebensraum schaffen lässt, ist das die Frage, um die sich alles dreht. Das ist in Meerbusch nicht anders. Ein Beispiel aus Lank.

2013 hatte der Stadtrat beschlossen, für ein Gebiet, das durch die Fronhofstraße, die Gonellastraße, die Pfarrstraße und im Westen durch die westlichen Grenzen der Hausgrundstücke Gonellastraße 42 und Fronhofstraße 55 begrenzt ist, einen Bebauungsplan (B-Plan) aufzustellen. 2016 wurde der Beschluss noch einmal erneuert. Verwaltung und Politik wollten damit die Möglichkeit für neue Wohnbauflächen in der Ortsmitte schaffen. Der Bedarf, hieß es, sei schließlich da und die Lage günstig.

Das Gebiet, um das es geht, wird durch die Fronhofstraße, die Gonellastraße und die Pfarrstraße begrenzt. FOTO: hjba

"Die Umsetzung des Bebauungsplans sollte wegen der günstigen Lage des Plangebiets den Gedanken der ,Stadt der kurzen Wege', gerade auch im Hinblick auf den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf den Meerbuscher Wohnstandort, unterstützen", sagt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter im Meerbuscher Rathaus. Doch die Lank-Latumer haben etwas dagegen.

"Im April dieses Jahres erreichten die Verwaltung Schreiben von vielen Eigentümern von Grundstücken innerhalb des B-Plan-Geltungsbereichs, in denen eine weitere städtebauliche Entwicklung des Innenbereichs abgelehnt wurde", sagt Assenmacher. Im Juni habe die Stadt die Eigentümer deshalb eingeladen, um über die Ziele des Bebauungsplans und ein mögliches weiteres Vorgehen zu informieren. "Anhand des Gestaltungsplans wurden noch einmal die grundsätzlichen Bebauungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert", so Assenmacher. "Die Diskussion hat allerdings gezeigt, dass seitens der Eigentümer kein Interesse an einer städtebaulichen Entwicklung des Innenbereichs und einer Bebauung der rückwärtigen Gartengrundstücke besteht." Letztere, das sei derzeit der einhellige Wunsch, sollten vielmehr im jetzigen Zustand erhalten bleiben. Und: Bauleitplanung gegen die Interessen von Eigentümern zu betreiben, sei nicht zielführend, sagt Assenmacher.

Komplett aufgeben will die Stadt, die das Thema "Wohnen" als eines der zentralen Themen der Zukunft für Meerbusch ausgemacht hat, das Areal in Lank-Latum aber trotzdem nicht. Die Flächen böten Potenzial, zum Beispiel für den Kita-Bereich, sagt Assenmacher.

Um das Bebauungsplanverfahren doch noch weiterführen zu können, sei es deshalb nötig, zunächst bei den betroffenen Grundstückseigentümern eine grundsätzliche Akzeptanz für eine städtebauliche Entwicklung zu schaffen. Das, sagt Meerbuschs Planungsdezernent, könne nur gelingen, wenn die Eigentümer noch besser in den Planungsprozess eingebunden werden.

Die Stadt hat deshalb eine Planungswerkstatt vorgeschlagen, die von externen Experten unterstützt werden soll. Der Ausschuss für Planung und Liegenschaften hat die Verwaltung jetzt beauftragt, zunächst nur den Bereich zwischen Pfarrstraße und Villa Löwenburg zu entwickeln und Gestaltungsvorschläge einzubringen. Die Frage "Innen verdichten oder nach außen wachsen?", wird also auch im kommenden Jahr noch Thema sein.

Quelle: RP
 
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