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Meerbusch
Literaturpreis-Veranstalter vermisst Anerkennung

Meerbusch. Für Roger Gerhold steht fest: "Es wird keinen weiteren Literaturpreis geben." Vier Jahre wählten der Kulturexperte und eine Jury unter zuletzt 1800 Einsendungen aus ganz Europa das schönste Prosa- und das schönste Lyrikwerk aus und kürten den Sieger des Meerbuscher Literaturpreises.

Damit ist es vorbei: "Mir fehlt die Unterstützung der Stadt", so Gerhold. Wenn wenigstens mal jemand vorbeigekommen wäre oder Anerkennung gezollt hätte - das sei aber nicht der Fall gewesen.

Die Jury habe hunderte von Stunden damit verbracht, alle Einsendungen zu lesen. Mit Unterstützung von Volksbank und WBM habe er den Juroren kleine Geschenke dafür machen können. Der Preis selbst war mit 300 Euro (für jede der zwei Kategorien) dotiert. Das Geld sei via Sparkasse vom Meerbuscher Kulturkreis (MKK) gekommen. Im Rathaus ist man irritiert über das "Aus" für den Preis: "Herrn Gerholds Entschluss, den Literaturpreis nicht mehr auszuschreiben, war bis dato hier im Rathaus nicht bekannt. Die Begründung, die Stadt habe den Literaturpreis nicht genügend unterstützt, müssen wir zurückweisen. Denn das Gegenteil ist der Fall: Über den Meerbuscher Kulturkreis als gemeinnützigen Verein hat die Stadt den Literaturpreis stets gefördert und so die Vergabe der Preisgelder für die Künstler erst ermöglicht", teilt Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage mit.

Für das kommende Jahr sei noch keine Unterstützungsanfrage im Rathaus eingegangen. "Das stimmt", sagt Gerhold, "ich habe nicht mehr angefragt, weil der Literaturpreis ja auch nicht mehr ausgeschrieben wird."

(ak)
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