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Meerbusch
Falsche E-Mail warnt vor Bombendrohungen an Schulen

Meerbusch: Falsche E-Mail mit Bombendrohung gegen Schulen kursiert
"Diese E-Mail entbehrt jeglicher Grundlage. Sie ist schäbig", sagte Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage. FOTO: H�skes, Achim
Meerbusch. Eine gefälschte E-Mail verunsichert viele Eltern. Darin wird vor Bombenanschlägen an Schulen und einer "Kinderentführungswelle" gewarnt. Vermeintlicher Absender: Meerbuschs Bürgermeisterin. Der Staatsschutz ermittelt. Von Martin Röse

Zahlreiche besorgte Eltern haben sich am Sonntag an den Notruf der Polizei gewandt. Grund: Eine gefälschte E-Mail, in der vermeintlich Meerbuschs Bürgermeisterin vor einer angekündigten Bombendrohung warnt. Gestreut wurde die E-Mail nach den Terrorakten in Paris. Über die sozialen Netzwerke hatte sich der Inhalt der gefälschten E-Mail schnell verbreitet.

"Ich bin heute Morgen informiert worden, dass Eltern der internationalen Schule in Neuss eine Mail erhalten haben, in der ich als Bürgermeisterin über eine angekündigte Bombendrohung sowie Kindesentführungswelle für die Schulen in Meerbusch und Neuss informiert hätte", berichtete Angelika Mielke-Westerlage unserer Redaktion. Die Neusser Privatschule wird von zahlreichen Kindern aus Meerbusch besucht.

So gedenkt die Region der Opfer in Paris FOTO: dpa, mjh wst

Hintergrund der vermeintlichen Bombendrohung seien unter anderem die geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Osterath und Am Eisenbrand in Büderich, heißt es in dem gefälschten Schreiben. Meerbuschs Bürgermeisterin betonte: "Diese E-Mail entbehrt jeglicher Grundlage." In Bezug auf die Bombendrohung und die Kindesentführung teilte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Neuss mit, "dass es keinen konkreten Anlass gibt, der solche Ängste begründen würde".

Die Bürgermeisterin schaltete die Polizei ein. Der Staatsschutz in Düsseldorf hat die Ermittlungen aufgenommen, um den wahren Absender zu identifizieren. Der E-Mail-Schreiber hatte die Überschrift "Stadt-Information" verwendet und die Eltern aufgefordert, selbst zu entscheiden, ob sie ihr Kind in die Schule schicken.
Sonntagmittag informierte die Bürgermeisterin die Ratsmitglieder über das gefälschte Schreiben; auf der Internetseite der Stadt wurde eine entsprechende Klarstellung veröffentlicht, auch eine Pressemitteilung gab die Stadt heraus.

Ein kleiner Krisenstab im Rathaus versuchte noch am Vormittag, die Schulleiter der Meerbuscher Schulen zu erreichen, ob auch ihnen die gefälschte E-Mail zugegangen sei. Stand am Nachmittag: Bei keinem der erreichten Meerbuscher Schulleiter war die E-Mail angekommen. Erreicht hatte sie allerdings Peter Solimann. Der Investor, der die private Neusser Ganztagsschule aus der Insolvenz übernahm, wurde von Eltern über das Schreiben in Kenntnis gesetzt. Er informierte die Stadtverwaltung.

Bürgermeisterin Mielke-Westerlage war auf dem Weg zum Volkstrauertag in Osterath, als sie von der E-Mail erfuhr. In ihrer Rede dort ging sie auf die Fälschung ein. Der Absender habe bewusst versucht, Angst zu säen. "Wer es nötig hat, so etwas in die Welt zu setzen, handelt schäbig."

 

 

(mrö)
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