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Heimat erleben
Meerbusch in der Malerei

Meerbusch. Die Stadt im Grünen inspiriert ihre Bewohner, sich kreativ mit ihr auseinander zu setzen — mit beeindruckenden Ergebnissen

Hundert Fotos könnten nur 100 verschiedene Momentaufnahmen bieten, nie aber das ,Phänomen als Ganzes'. Das Ganze sehen und bilden nur die Maler", sagte der Maler Otto Dix selbstbewusst. Und doch ist da viel dran: Beim Malen geht's schließlich nicht ums genaue Abbilden, es geht ums Weglassen, ums Verstärken, um eine Aussage, um ein Motiv. Kurz: Es geht um eine Auseinandersetzung mit dem Objekt.

Welch ein unfassbares Glück, wenn es sich bei diesem Objekt um Meerbusch handelt, die Heimat, die den Künstler direkt vor der Haustür umfängt, die sich durch jedes Fenster in sein Atelier schleicht, die ihm ihre guten, ihre schlechten Seiten im Wechselspiel der Jahreszeiten präsentiert. Nicht Meerbusch also sollte diese Stadt heißen, sondern Muse! Denn unter den rund 55.000 Einwohnern sind etliche, die sich ihrer Heimat künstlerisch nähern, sie in Öl oder Tempera, als Aquarell oder Radierung auf Leinwand und Papier bannen. Die sich bei jedem Pinselstrich mit dieser weltweit einmaligen Umgebung - ihrem Zuhause - auseinandersetzen und ihr ganz eigenes Bild von Meerbusch schaffen - impressionistisch, expressionistisch, realistisch, surreal, farbig oder schwarzweiß, streng, verspielt, üppig, reduziert.

Und wir? Blicken staunend auf die Werke, vergleichen den Blick aufs alte Osterather Bahnhofsgebäude, das Lanker St.-Martinsfest oder das Rheinufer mit dem wohlbekannten Bild in unserem Kopf, lassen wirken, hinterfragen unsere eigene Wirklichkeit.

Meerbusch in der Malerei - das ist eine Einladung zu einem spannenden Erlebnis der Heimat. Eine Erleichterung: dass es unter Meerbuschs Künstlern keinen Schwarzmaler gibt. mrö

Quelle: RP
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