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Meerbusch
Meerbusch ist jetzt "fahrradfreundlich"

Meerbusch: Meerbusch ist jetzt "fahrradfreundlich"
Meerbusch. Eine Kommission hat gestern einen Tag lang die Stadt per Rad bereist - mit erfreulichem Ergebnis. Von Angelika Kirchholtes

Meerbusch kann in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) aufgenommen werden. Das ist das Ergebnis des Besuchs einer Kommission aus Vertretern von Landesbehörden und AGFS, die gestern mit Vertretern Meerbuschs mit dem Fahrrad durch die Stadt im Grünen fuhr, um sich ein eigenes Bild davon zu machen, welchen Stellenwert Radfahrer und Fußgänger in Meerbusch haben. "Wir empfehlen dem Minister einhellig, Meerbusch in die AGFS aufzunehmen", unterstrich der Vorsitzende der Kommission, der Landtagsabgeordneter Dieter Hilser (SPD). Das Ergebnis sei mit 14 : 8 Punkten gut, aber noch ausbaufähig.

"Ich hoffe, das Wetter ist ein gutes Omen", hatte am Morgen Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage gesagt, als sie die Kommission begrüßte. Meerbusch habe als eine der ersten Kommunen im Rhein-Kreis Neuss ein Klimaschutzkonzept aufgelegt und arbeite engagiert daran, den Anteil des Fahrrades an der Nahmobilität von 30 auf 50 Prozent zu erhöhen. Bei der von Klimaschutzmanagerin Johanna Neumann organisierten "Tour de Meerbusch" sah die Kommission sowohl Vorzeigeprojekte wie die Verkehrsführung im Neubaugebiet Ostara, gut ausgebaute Bus- und Stadtbahnhaltestellen sowie den Rheindeich, aber auch problematische Stellen wie die Necklenbroicher und die Dorfstraße. "Sicherheit vor Leichtigkeit", das müsse das Motto bei der Verkehrsführung auf der Dorfstraße sein, regte Kommissionsmitglied Wolfram Mischer an. Wenn es keinen Platz für Radwege gebe, müsse man Tempo 30 offensiv angehen.

Einen Schritt weiter ist die Stadt schon mit ihren Plänen, einen asphaltierten und mit Beleuchtung versehenen Radweg vom Landsknecht bis zur Hansaallee zu bauen. Die Rheinbahn hat die benötigte Fläche abgetreten, Fördergeld ist beantragt und "seit heute haben wir ein Aktenzeichen", sagte Mielke-Westerlage. Die Kommission musste allerdings noch über die bucklige Schotterpiste fahren, ehe es mit vier Feuerwehrautos nach Lank ging.

Bei einem Imbiss im technischen Rathaus stellte die Stadt noch einmal ihre fahrradfreundlichen Aktivitäten vor, ehe sich die Kommission zur Beratung zurückzog. Das positive Ergebnis erläuterte im Anschluss Peter London vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr. Er hob hervor, dass Meerbusch schon frühzeitig ein positives Bewusstsein für Klimaschutz und Radverkehr entwickelt habe, dass die Stadt mit dem neuen Deichweg, der Fähre und dem selbst finanzierten Radweg auf der Flughafenbrücke im Freizeitbereich sehr gut aufgestellt sei und der Nutzer auf der städtischen Homepage unter dem Stichport "Meerbusch fährt Rad" ein exzellentes Informationsangebot vorfinde. Auch die Freigabe von Einbahnstraßen und Fußgängerzonen für Radfahrer lobte die Kommission.

Die Experten fanden auch kritische Worte. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Zwei-Richtungs-Radwege, aber sie müssen richtlinien-konform ausgebaut sein", sagte London. Dazu gehöre, dass sie breit genug und Querungshilfen vorhanden seien. Er bemängelte auch, dass es unnötige Umlaufgitter gebe und an Baustellen zu wenig Platz für Radfahrer sei. "Mir ist heute aufgefallen, dass die Autofahrer in Meerbusch noch zu wenig Respekt vor den Radfahrern haben. Sie fahren zu eng an ihnen vorbei," rügte er.

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Quelle: RP
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