| 18.12 Uhr

Vorfall in Meerbusch
Busfahrer bestreitet Rauswurf einer Schülerin

Meerbusch: Kind aus Schulbus geworfen? Rheinbahn weist Vorwürfe zurück
Der Schulbus soll die Kinder sicher nach Hause bringen. FOTO: ud
Meerbusch. Ein Vater behauptet, seine Tochter sei von einem Busfahrer auf die Straße gesetzt worden. Der Beschuldigte bestreitet das, und die Rheinbahn stellt sich vor ihren Mitarbeiter. Nun denkt der Vater an eine Strafanzeige. Von Christian Albustin

Der Bericht von Andreas Lauwigi, dass seine Tochter Emilia vergangene Woche des Schulbusses verwiesen worden sei, schlägt hohe Wellen. Schulträger und Rheinbahn sind bemüht, schnell Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Am Montag berieten sich Vertreter der Rheinbahn, der Polizei, der Schulen und des Stadtelternrates mit dem Schulträger im Rahmen des Arbeitskreises Schülertransport. Frank Maatz, Erster Beigeordneter, sieht die Rheinbahn in der Verantwortung: Der aktuelle Sachverhalt betreffe einen Linienbus, also den öffentlichen Nahverkehr. "Hierfür ist die Stadt Meerbusch als Schulträger nicht verantwortlich."

"Dann wohl Strafanzeige"

Parallel dazu betrieb die Rheinbahn Ursachenforschung und sprach mit dem Busfahrer. Dieser sagt, den Vorfall habe es nicht gegeben, sagt Eckhard Lander, Pressesprecher der Rheinbahn. In besagtem Bus hätten zu der Uhrzeit "Horden von Kindern" gesessen, ein Einzelgespräch mit einem Kind habe es nicht gegeben. Die Tachoscheibe des Fahrzeugs belege zudem, dass der Bus nach dem Halt in Nierst weiter nach Ilverich gefahren sei, bis zur Endstation Alte Schule.

Aus seiner Beförderungspflicht sei der Fahrer nur dann entlassen, wenn er die Sicherheit der Fahrgäste nicht gewährleisten könne, so Lander. "Der Fahrer ist seit fast 30 Jahren für die Rheinbahn tätig und hat sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen." Daher müsse sich die Rheinbahn erst einmal vor ihren Fahrer stellen.

Diese Antwort hilft Andreas Lauwigi nicht weiter. "Dann kann ich wohl nur noch Strafanzeige erstatten", sagt er resigniert. Den Fall aufzulösen, wird nicht einfach, denn wenn Emilia die letzte Schülerin im Bus war, steht Aussage gegen Aussage. Lander kündigt an, dass die Rheinbahn das Gespräch mit Lauwigi suchen werde: "Wir wollen zeigen, dass das nicht einfach so an uns vorbei geht."

32 neue Busbegleiter in Meerbusch

Den Stein ins Rollen gebracht hatte vergangene Woche Andreas Lauwigis Beschwerde auf der Facebook-Seite der Rheinbahn. Lauwigi berichtete, dass seine zehnjährige Tochter vier Kilometer vor Ilverich, in Nierst, des Busses verwiesen worden sei. Der E-Bus, der speziell für die Schülerbeförderung eingesetzt wird, startete am Johann-Wienands-Platz um kurz nach 16 Uhr, um die Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule aufzunehmen.

Eine Begründung habe der Fahrer seiner Tochter nicht genannt, nur dass er allein weiterfahren müsse. Für den Vater der Fünftklässlerin, die erst seit diesem Sommer die Gesamtschule besucht, war das Verhalten vollkommen inakzeptabel.

Das Treffen bei der Stadt Meerbusch ging mit der Ankündigung von 32 neuen Busbegleitern einher. Die Achtklässler erhalten ihre offiziellen Urkunden und Ausweise am Mittwoch, 14 Uhr, an der Städtischen Realschule Osterath. Das Ehrenamt gehe mit Verantwortung und Zivilcourage einher, seit dem Start des Projekts im Jahr 2000 haben die Kooperationspartner von Stadt, Schulen, Polizei und Rheinbahn insgesamt 615 Schüler ausgebildet.

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In Düsseldorf soll am Wochenende ein ähnlicher Fall passiert sein: Ein Busfahrer soll ein elf Jahre altes Mädchen angewiesen haben, seinen Bus zu verlassen, weil er wegen Glätte nicht weiterfahren konnte. Das Mädchen habe auf halber Strecke aussteigen müssen und nicht gewusst, wie es nun nach Hause kommt, berichtet der Vater.

 
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