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Meerbusch
Meerbusch — von der Schlafstadt zum Wirtschaftsstandort

Meerbusch. Die IHK hat Meerbusch analysiert. Ergebnis: Seit dem Bau der Flughafenbrücke ist die Zahl der Jobs massiv angestiegen. Das liege nicht zuletzt an der Ansiedlung von Großhandels-Unternehmen wie Epson oder Kyocera Von Martin Röse

Gut ein halbes Jahr lang haben Experten der Industrie- und Handelskammer (IHK) nach 16 Jahren Struktur und Qualität des Wirtschaftsstandortes Meerbusch unter die Lupe genommen, dabei auch rund 600 ortsansässige Firmen befragt. Gestern Abend wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Was ist die wichtigste Botschaft?

Meerbusch hat sich zu einem echten Wirtschaftsstandort entwickelt. Dies zeigt auch der interkommunale Vergleich. Die Beschäftigung ist von 1999 bis 2014 um 41 Prozent gewachsen, während das Plus im Rhein-Kreis (+10 Prozent) und in NRW (+8,5 Prozent) deutlich darunter lag. Insbesondere seit der Eröffnung der A44-Flughafenbrücke gewann Meerbusch als Wirtschaftsstandort stärker an Bedeutung, konnte die Stadt hochkarätige Neuansiedlungen vermelden. Das schlug sich entsprechend in den Beschäftigtenzahlen nieder. Dieses Jobwunder hat auch nach der Wirtschaftskrise angehalten, abzulesen am ebenfalls überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsplus von neun Prozent von 2010 bis 2014.

Wo liegen Meerbuschs Stärken?

Bei den harten Standortfaktoren loben die Unternehmen vor allem die Verkehrsinfrastruktur mit den Autobahnen, dem Zustand der Straßen, der Anbindung an den Luft- und Schienenverkehr sowie der ÖPNV-Anbindung sehr zufrieden. Die beste Bewertung erhält die Flughafennähe. Die Kaufkraft ist überdurchschnittlich hoch, die Schulabgänger sind gut ausgebildet und die Steuereinnahmekraft liegt auf einem hohen Niveau. Eine gute Arbeitsmarktlage und ein stetiges Beschäftigungswachstum runden dieses Bild ab. Als eine Standortstärke sieht die IHK auch den Umstand, dass es in Meerbusch keine Parkgebühren gibt. Dies wollen CDU und Grüne sowie SPD allerdings ab dem kommenden Jahr ändern.

Wo ist noch Luft nach oben?

Verbesserungspotenziale sieht die IHK in ihrer Analyse beim innerstädtischen Verkehr - mehrfach wurde die staubelastete Düsseldorfer Straße in Büderich genannt. Die Leistungsfaktoren der Stadtverwaltung werden insgesamt im befriedigenden Bereich gesehen. Die Bestandspflege, die behördlichen Reaktionszeiten und das Kostenbewusstsein der Verwaltung erhalten Schulnoten zwischen 3,5 und 3,6.

Was empfiehlt die IHK?

Die Industrie- und Handelskammer sieht noch Potenzial bei der Gewerbesteuer. Dazu müssten aber weitere Flächen ausgewiesen werden, um neue Unternehmen anzusiedeln. Die IHK setzt sich deshalb fürs interkommunale Gewerbegebiet an der A44 mit Krefeld ein und rät der Stadt, auch beim Krefelder Hafen zu kooperieren. Letzteres lehnt der Stadtrat vehement ab. Weitere Tipps: die drei großen Ortskerne weiterentwickeln (keine "Neue Mitte"), Breitbandförderprogramm nutzen und gebührenfreies Parken beibehalten.

Quelle: RP
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