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Meerbusch
Meerbusch soll kindgerechter werden

Meerbusch: Meerbusch soll kindgerechter werden
Das Pionierprojekt beschäftigt sich mit dem Aufbau einer Skaterbahn. Die Kinder selbst hatten die Idee und stießen damit bei der Bürgermeisterin auf offene Ohren. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Bei einer Großveranstaltung mit Vertretern aus Politik, Schulen, Verwaltung und Vereinen wurde für mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in Meerbusch geworben. Doch dafür müssten sich Entscheidungsstrukturen verändern Von Maike Billen

In Meerbusch ist Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend möglich. Das sagt Ulla Bundrock-Muhs, Initiatorin von "Meerbusch als Modellkommune für Partizipation von Kindern und Jugendlichen". "Erwachsene müssen Strukturen in dieser Stadt so stricken, dass die Jugend sich politisch beteiligen kann", sagt sie.

Damit sich Meerbuscher Strukturen künftig verändern, lud die Projektleiterin mehr als 80 Vertreter von Schulen, Verwaltung, Politik und Vereinen ins Osterather Jugendcafé (JuCa) ein, wollte bei den Multiplikatoren Türen öffnen. "Jugendliche in Meerbusch sind bereits kreativ und übernehmen Verantwortung", sagte Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU). "Dieses Potenzial gilt es, auszuschöpfen." Beispiele seien Schülervertretungen, Busbegleiter und jugendliche Betreuer bei der Stadtranderholung. Doch es kam die Frage auf, warum sich so wenige Jugendliche beim aktuellen Stadtentwicklungskonzept über die Wikimap beteiligt hätten. Anne Weddeling-Wolff, Leiterin der Martinusschule, sagte: "Ich vermute, oft fühlen sich Kinder nicht angesprochen." Bundrock-Muhs sagte: Durch das vom Landschaftsverband Rheinland geförderte Projekt solle Verantwortung geteilt werden. In Meerbusch soll ein Netzwerk entstehen, um die bestehenden Mitbestimmungsstrukturen besser zu nutzen. Zurzeit analysiert Bundrock-Muhs den "jugendpolitischen Ist-Zustand". Ausgangspunkt ist ein Modell aus den Säulen Schule, offene Jugendarbeit, Kommune (wie Verwaltung, Rat). Bundrock-Muhs will dafür den Austausch koordinieren. Heike Grulich, Abteilungsleiterin "Familie, Fun, Fitness" des SSV Strümp ist überzeugt: "Das Netzwerk wäre Gold wert." Sie könnte an Schulen herantreten, um zu erfahren, wie Jugendliche sich ein attraktives Sportangebot im Verein vorstellen.

Das Projekt sei bundesweit einmalig, weil es nicht an konkrete Inhalte geknüpft ist, erklärte Bundrock-Muhs. Es gehe um kindgerechtere Strukturen. Zugleich betonte sie: "Ich arbeite nicht für irgendeinen künstlichen Bedarf." Die Kinder sollen mitteilen, welche Veränderungen sie sich wünschen. So wie beim Pionierprojekt. Im September 2014 wendeten sich die Geschwister Nele (12) und Florian Kohtes (10) an die Bürgermeisterin. Das Modell einer Halfpipe hatten sie mit. Ihr Anliegen: eine Skaterbahn. Bundrock-Muhs hilft rund ein Dutzend Kindern jetzt bei der Umsetzung. Erst machten sie Entwürfe. Dann kam professionelle Hilfe vom Büro "Maier Landschaftsarchitektur/Betonlandschaften". Nun wird sogar ein Skaterpark angepeilt, in dem auch BMX-Fans fahren könnten. Bundrock-Muhs: "Das ist aber nur eine Idee." Weitere Ideen sollen bald gesammelt werden.

Quelle: RP
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