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Meerbusch
Meerbusch wird zum Mode-Mekka

Meerbusch. Mehr als 12.000 Besucher werden wieder erwartet, wenn sich in sechs Wochen das Areal Böhler in den Branchentreff der Modeszene verwandelt. Gleich in mehreren Hallen finden Schauen und Ausstellungen statt. Von Anke Kronemeyer

Jahrzehnte lang war Düsseldorf Treffpunkt für Modemacher und Einkäufer. Die Zeiten, in denen große Messehallen gefüllt wurden, sind aber schon lange vorbei. Nach einigen Ausflügen in alternative Locationen scheint die Modeszene jetzt aber eine Heimat auf Dauer gefunden zu haben. Und die liegt eben nicht in Düsseldorf, sondern in Meerbusch - auf dem Areal Böhler.

Zum dritten Mal finden dort vom 22. bis 24. Juli Schauen und Ausstellungen, zum zweiten Mal die Modemessen statt. Dabei sind es mehrere Veranstalter, die das Areal Böhler mit seinen unterschiedlichen Hallen nutzen: Die Igedo Company, seit Jahrzehnten Veranstalterin der Modemesse in Düsseldorf, lädt zur Gallery in die Alte Schmiedehalle sowie in die Halle am Wasserturm. Dort können sich so genannte Premiumlabels zehn Tage lang (vier Tage vor und vier Tage nach dem CPD-Wochenende und der Kernlaufzeit der Gallery) präsentieren. Die Firmen zeigen Mode für Frühjahr/Sommer 2017. Aber auch "Organic Fair Trade Fashion" spielt eine große Rolle im Reigen der Aussteller-Firmen. Das Gesicht der "Öko-Mode" ist Designerin Safia Minney, die auch im Rahmen der "Fashion Lectures", der Vortragsreihe, die der Veranstalter von Platform Fashion in Zusammenarbeit mit der Igedo Company organisiert, während eines Podiumsinterviews Rede und Antwort steht. Im Kesselhaus wird es hip und szenig, wenn das neue Segment der Gallery unter dem Titel "streetstyle@gallery" Mode von und für Hip-Hopper oder Bloggern und Youtubern zeigt.

Zum ersten Mal als Eventhalle wird die nebenan liegende Kaltstahlhalle von der Igedo genutzt: für die Orderplattform glamouröser Abendmode unter dem Titel "Red Carpet". Die Glühofenhalle und die Alte Federnfabrik nur wenige Meter weiter werden wieder von PlatformFashion bespielt. Dahinter steht die neu gegründete Agentur "the fable" von Jonas Klingenstein, der zuvor mit seinem früheren Geschäftspartner Benjamin Kuchenbäcker von KollektivK die Modeszene in Düsseldorf belebt und zum Beispiel im Boui-Boui Bilk in einer alten Schraubenfabrik Modenschauen organisiert hatte.

Klingenstein hat seine neue Firma auch direkt auf dem Areal Böhler angesiedelt und zwei schmale Etagen im Alten Wasserturm bezogen. "So sind wir direkt vor Ort", sagt er und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt Meerbusch. "Aber natürlich auch mit der Stadt Düsseldorf", meint er und spielt damit auf die unterschiedlichen "Zugriffe" aufs Areal an: Die Adresse Hansaallee gehört zwar zu Düsseldorf, aber offiziell liegt Böhler auf Meerbuscher Gebiet. Auch die Gewerbesteuern werden an Meerbusch abgeführt.

Im Rahmen von Platform Fashion findet erneut der Designmarkt Fashion Yard statt, der nicht nur viele junge Designer vorstellt, sondern am Messe-Samstag um 13 Uhr auch zu einer öffentlichen Modenschau einlädt. Eröffnet wird die Show von Sängerin Sara Xuri.

Prominenz wollen alle Veranstalter bieten: Designer Thomas Rath ist schon gesetzt bei Platform Fashion, und RTL-Moderatorin Annette Möller stellt dort ihre eigene Modekollektion "Amco" vor, Ex-Viva-Moderatorin Milka Loff Fernandez ist mit ihrer Mode "Cabo by Milka" dabei, die in Portugal produziert wird. Für die Igedo reist Barbara Becker aus Florida an und stellt ihre Kollektion Barbara Beckers Lifestyle in der Gallery aus. Sie wird selbst an den beiden ersten Messetagen da sein und mit ihrem Sohn Noah freitags den Streetstyle Bereich offiziell eröffnen. Noah legt dort als DJ auf.

Mit "Fashion Lectures" findet erneut ein Kongress des Veranstalters von Platform Fashion mit Fachvorträgen über Trends, Innovationen, Handel, digitale Auftritte und Social-Media-Bedeutung der Branche statt. "Auch wenn Online-Shopping immer wichtiger wird, bleibt der stationäre Handel", so Klingenstein.

Er sieht die Region rund um Düsseldorf nach wie vor als sehr stark in Sachen Mode an. "Natürlich sind in Deutschland auch Metropolen wie Berlin oder München wichtig, aber allein in unserer Region werden mit mehr als 3000 Unternehmen und fast 25.000 Beschäftigten 18 Milliarden Euro umgesetzt."

Quelle: RP
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