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Meerbusch
Meerbuscher Band Massendefekt sagt nach Amoklauf Konzert in München ab

Meerbusch. Die Meerbuscher Punkband Massendefekt hat die Schreckensnacht von München am vergangenen Freitag in der bayrischen Landeshauptstadt erlebt. Sänger Sebastian Beyer und seine drei Mitmusiker sollten eigentlich auf dem Festival Free & Easy in München spielen, haben den Auftritt aber abgesagt, als sie von den Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum erfuhren.

Die Band war schon am Festivalgelände, als sie die Nachricht erreichte: "Für uns war die Situation relativ unklar, alle haben sofort ihre Handys rausgenommen und versucht, an Infos zu kommen. Lange Zeit gab es aber keine belastbaren Fakten. Sind wirklich Menschen gestorben? Wenn ja, wie viele? Es sind ja unheimlich viele Gerüchte im Umlauf gewesen. Für uns stand dann relativ schnell fest, dass wir das Konzert nicht spielen wollen. Wie soll man an so einem Tag feiern? Es gab nichts zu feiern", sagt Beyer. Er und seine Mitmusiker seien auch in Sorge gewesen, dass es Schüsse an weiteren Plätzen geben könnte. "Es hieß ja lange Zeit, es seien drei Attentäter gewesen, die auch noch auf der Flucht sind. Gerüchte von weiteren Anschlagsorten waberten durchs Netz. Die ganze Zeit hörte man Martinshörner. Es war wirklich unheimlich. Aber wir alle waren relativ gefasst." Von Freunden und Familie aus Meerbusch habe man viele Anrufe erhalten.

Die Musiker blieben zunächst beim Veranstalter des Festivals. "Es schien uns das Sicherste zu sein", sagt Beyer rückblickend. "Auch wenn man sich nicht verrückt machen will, irgendwann denkt man natürlich an den Anschlag aufs Bataclan und fragt sich: Wo würde ich hinrennen?" Nach etwa drei Stunden habe es die Band dann gewagt, ins Hotel zu fahren. "Es hat auch ganz problemlos geklappt - keine Straßensperrungen oder Ähnliches und das war's dann. Jeder ist auf sein Zimmer gegangen und hat den Fernseher angemacht."

(sep)
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