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Meerbusch
Meerbuscherin soll Erbonkel erfunden haben

Meerbusch. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 109 Fällen steht am 11. November eine 52 Jahre alte Frau aus Meerbusch vor dem Amtsgericht in Mönchengladbach. Wie das Gericht mitteilt, geht die Anklage davon aus, dass sich die Frau wahrheitswidrig als Erbin eines in der Türkei verstorbenen Unternehmers ausgegeben hat.

Konkret soll sie ihrem Opfer - einem Geschäftsmann, der vom Gericht als Zeuge geladen ist - vorgespielt haben, sie werde mehr als 100 Millionen Euro erben. Dazu, erzählte sie, bedürfe es allerdings eines Zivilprozesses in der Türkei, für den sie Geld benötige. Dieses Geld, sagt die Staatsanwaltschaft, hätten der Zeuge und sein Geschäftspartner der Angeklagten ab dem Jahr 2007 in mehreren Zahlungen zur Verfügung gestellt. Die Meerbuscherin soll den beiden Männern derweil immer wieder von Verzögerungen des Verfahrens berichtet haben, so sei beispielsweise der Anwalt gewechselt worden.

Als die Zeugen Verdacht schöpften, arrangierte die Angeklagte offenbar ein Treffen in einem Hotel, bei dem sich ein Unbekannter als ihr türkischer Anwalt ausgab. Dieser beteuerte gegenüber den skeptischen Geschäftsmännern, dass sich das Verfahren dem Ende zuneige und die Erfolgsaussichten hoch seien. Im Glauben daran soll einer der Betrogenen weitere Geldgeber zur Finanzierung des vermeintlichen Verfahrens geworben haben.

Insgesamt habe die Angeklagte zwischen 2009 und 2013 109 Zahlungen von 16 verschiedenen Personen in einem Gesamtwert von etwa 240.000 Euro entgegengenommen, sagt die Staatsanwaltschaft. Tatsächlich habe es aber weder den vermeintlichen Erbonkel noch das Verfahren überhaupt gegeben. Der Prozess findet um 9 Uhr in Saal A 32 statt.

(juha)
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