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Meerbusch
Meerbuschs ältester Friseur

Meerbusch: Meerbuschs ältester Friseur
Claus Lauschke besuchte die Meisterschule in Düsseldorf, nachdem er 1957 von der DDR in die Bundesrepublik gezogen war. FOTO: Dackweiler
Meerbusch. Seit fast 50 Jahren arbeitet Claus Lauschke in Strümp. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag Von Angelika Kirchholtes

Dass es sein Traumberuf gewesen sei, Haare zu schneiden, möchte Claus Lauschke, seit fast 50 Jahren Coiffeur in Strümp, nicht behaupten. Doch lassen kann er von Schere und Kamm auch nicht, selbst mit 80 Jahren. "Mein Vater war Friseur und so wurde ich es auch. Das war damals so", sagt er ganz unprosaisch. Zumal die Zeit nicht für hochfliegende Pläne taugte, damals so kurz nach dem Krieg.

Lauschke wurde 1935 in der Nähe von Leipzig geboren und wuchs dort auf. Bald darauf etablierten sich im östlichen Teil Deutschlands die DDR und das sozialistische System. Doch so richtig behagte das dem jungen Mann nicht. 1957 erfasste ihn "das große Abhauen" gen Westen. "Ganz allein habe ich rüber gemacht und es nicht bereut", sagt er heute. Zunächst verschlug es ihn nach Düsseldorf, wo er auch die Meisterschule besuchte.

Denn sein Ziel war die Selbstständigkeit. Als er den Tipp erhielt, dass es in Strümp an der Osterather Straße in aussichtsreicher Lage ein leeres Ladenlokal gäbe, schlug er sofort zu. Doch die "gute Lage" entpuppte sich als Luftschloss. "Das von Bürgermeister Kothes prognostizierte Zentrum rund um St. Franziskus ist nie Realität geworden", erklärt Lauschke. Und die Osterather Straße wurde abgebunden, als die Autobahn und die neue Osterather Straße mit Brücke über die A57 gebaut wurden. Dennoch blieb er dem Standort 19 Jahre treu und erwarb sich dort eine Stammkundschaft, die auch heute noch aus dem Umland zu ihm kommt.

Seit 1988 finden die Kunden ihn und Tochter Elke, die in seine Fußstapfen getreten ist, in der "Rompelburg" an der Xantener Straße. In dem in Weiß und Flieder gehaltenen Friseursalon mit großen Spiegeln und Blumen-Deko werden Damen, Herren und Kinder bedient. "Doch so richtige Frisuren mit Dauerwelle, Lockenwicklern und Toupieren gibt es kaum noch", bedauert er. Hochsteckfrisuren höchstens mal zur Hochzeit. Heutzutage wird geföhnt - und dabei natürlich ein Schwätzchen gehalten, wie es sich für einen Friseurmeister gehört. "Etwas Dorfklatsch ist immer dabei", sagt der Jubilar lächelnd.

Solange er noch fit auf den Beinen und im Kopf sei, will er weitermachen. Walken, Fitnessübungen und sein Garten halten ihn jung. "Bis vor Kurzem habe ich noch Tennis gespielt, aber meine Mitspieler können aus Altersgründen leider nicht mehr", sagt er bedauernd.

Quelle: RP
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