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Meerbusch
Meerbuschs härteste Jungs

Meerbusch: Meerbuschs härteste Jungs
Trainer Harald Bothmann und Co-Trainer Yannick van der Weyden (unten rechts, v. l.) haben aus ihren Jungs ein echtes Team gemacht. Zur neuen Saison wollen die "Pirates" möglichst in der U15-Liga antreten. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. In Osterath hat sich die erste American-Football-Mannschaft der Stadt gegründet. Immer mehr Spieler stoßen hinzu. Von Falk Janning

"Als die Jungs in der vergangenen Woche erstmals in ihrer kompletten Ausrüstung vor mir standen, da habe ich gedacht: ,Wow, jetzt haben wir es endlich geschafft und sind eine richtige Mannschaft'", sagt Harald Bothmann. "Da habe ich vor Freude und Rührung sogar ein paar Tränen verdrückt." Der 46-jährige Osterather ist Gründer und Headcoach der U15-Footballer beim OSV Meerbusch, der ersten American-Football-Mannschaft Meerbuschs. Schon seit einigen Jahren setzt er sich für den Football- Nachwuchs in der Stadt ein. Mit der Gründung hat sich für ihn ein Traum erfüllt.

Angefangen hat alles 2009. Damals gründete der frühere Footballer der Düsseldorfer Panther ein Team mit Jungen und Mädchen zwischen acht und zehn Jahren, die die körperlose Variante Flagfootball spielten. Sie traten als Osterather Pirates auf der Hundewiese am Friedhof gegeneinander an. Julian Wiesenborn, Lenny Rhein, Hauke Grewe und fünf andere sind immer noch dabei.

Der Coach hat festgestellt, dass die Jungs es "cool" finden, Football zu spielen. So sagt Hauke Grewe begeistert: "Ich mag den Sport, weil er aus Amerika kommt. Und das Ganze hier ist ein Kontaktsport. Tackeln ist einfach großartig." Für andere ist wichtig, dass sie beim Football nicht alleine kämpfen, sondern Teil einer Mannschaft sind. "Ich habe schonmal Tennis gespielt. Da kämpfst du aber immer allein. Das ist beim Football anders. Das motiviert", sagt Jakob Janning, der über Schulkameraden zu dem Sport mit dem ovalen Leder fand. "Wenn man so eine besondere Sportart gefunden hat, dann bleibt man auch dabei. Ich würde jedem empfehlen, es einmal auszuprobieren."

In der Stadt hat sich die Nachricht von der Gründung der Mannschaft, der guten Stimmung und der Begeisterung der Jungen herumgesprochen, und so stoßen immer wieder neue Interessierte hinzu. 26 Jugendliche gehören mittlerweile zum U15-Kader. Damit ist die Mannschaft schon spielfähig. Doch idealerweise benötigen die Footballer 45 Akteure. Bothmann hofft, dass sich dem Team "die noch fehlenden 19 Jungs in den nächsten Tagen und Wochen anschließen werden". Auch beim Osterather Mailauf wollten die Footballer mitmachen und für ihre Sache werben.

Bothmann betont, dass Football für jeden geeignet ist. "Alle können mitmachen, egal ob dick, dünn, groß oder klein", sagt der Coach. "Denn vorne brauchen wir die schmalen und schnellen Jungs, in der Abwehr solche mit etwas mehr Gewicht. Da darf Mutti gerne auch ihr übergewichtiges Söhnchen herschicken. Dem packen wir noch ein paar Muskeln drauf."

Der OSV Meerbusch ist nun der einzige Verein in der Stadt mit einer American-Football-Abteilung. Und er arbeitet täglich daran, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene für diesen spannenden Sport zu begeistern, und vor allem mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen. "Football ist weder brutal, noch hat es hochkomplizierte, unverständliche Regeln, wie es immer heißt", sagt der Coach. Er steht gemeinsam mit dem Co-Trainer Yannick van der Weyden (24) auf dem Kunstrasenplatz am Krähenacker. Seine Kommandos sind kurz und knackig. Klar gibt er seine Anweisungen. Der Coach ist beliebt bei den Jungs, gleichwohl ist er eine Respektsperson.

"Disziplin ist das Wichtigste überhaupt", sagt er. Aber es gehe es um wesentlich mehr. "Football wird nicht ohne Grund auch Rasenschach genannt." Es komme viel auf Taktik an. Beim geplanten Trainingslager am Pfingst-Wochenende auf dem Sportplatz am Krähenacker soll es dann nicht nur um Kondition gehen. Dann werden erstmals auch die ersten theoretischen Einheiten abgehalten und Taktiken besprochen. Die Trainer werden Spielzüge vorgeben, die das Team umsetzen muss. Dabei geht es darum, durch geschickte Spielzüge Tackles (das Zufallbringen des Gegners) oder gar einen Turnover (Ballverlust des Gegners) zu erzwingen, und damit die Eroberung des Angriffsrechts.

Zur neuen Saison wollen die "Pirates" möglichst in der U15-Liga starten und gegen die anderen Teams aus der Nachbarschaft antreten. Das soll dann aber erst der Anfang sein. Langfristig denken Bothmann und Co. schon weiter, wollen mit dem Team in drei, vier Jahren im Seniorenbereich mitspielen.

Quelle: RP
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