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Meerbusch
Mehr Geld für Verein "Meerbusch hilft"?

Meerbusch: Mehr Geld für Verein "Meerbusch hilft"?
Tafel-Aktion mit Spitzenkoch Anthony Sarpong. Brigitte Deutschmann (l.) und Yvonne Lasnik helfen bei der Lebensmitteausgabe. FOTO: hjba
Meerbusch. Im Sozialausschuss wurde die ehrenamtliche Arbeit im Stadtgebiet diskutiert und gelobt. Am Ende stand ein Antrag auf 63.000 Euro im Raum, die Entscheidung aber wurde vertagt. Von Angelika Kirchholtes

"Was die Ehrenamtlichen leisten, kann man nicht hoch genug einschätzen. Diese Arbeit ist unbezahlbar", sagte Michael Bertholdt (FDP) im Sozialausschuss. Unbezahlbar heißt natürlich nicht, dass die Stadt nicht ihren Teil dazu beitragen muss, um Vereine wie die Flüchtlingshilfe Büderich und "Meerbusch hilft" finanziell oder organisatorisch zu unterstützen.

"Wir dürfen uns nicht aus der Verantwortung stehlen", sagte Heidemarie Niegeloh (SPD). Eindrucksvoll und ausführlich hatten zuvor Elke Slawski-Haun (Flüchtlingshilfe Büderich) und Verena Uhl ("Meerbusch hilft") geschildert, welche Aufgaben sie wahrnehmen, seit Flüchtlinge nach Meerbusch gekommen sind. Sprachunterricht, Patenschaften sowie Hilfe bei Wohnungs- und Arbeitssuche stehen in Büderich bei den rund 45 Ehrenamtlichen im Mittelpunkt.

"Meerbusch hilft" ist Meerbusch-weit tätig und wendet sich an alle Bedürftigen in der Stadt. "Zur Tafel kommen rund 40 Prozent Deutsche", informiert Dirk Thorand, Vorsitzender des Vereins. "Meerbusch hilft" arbeitet derzeit mit rund 400 Ehrenamtlern. Uhl stellte vier Projekte in den Fokus ihres Vortrags: den internationalen Begegnungsabend dienstags im Jugend Cafe JuCa, die zwei Tafeln in Osterath und Büderich, zu der rund 500 Bedürftige kommen, zwei "Brückenprojekte" im Flüchtlingshaus an der Fröbelstraße und am Hülsenbuschweg für Kinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen, sowie die Wohnungsvermittlung.

Anschaulich schildert sie, zu welchen Problemen es bei Wohnungssuche und -übernahme kommen könne. Davon kann auch Slawski-Haun ein Lied singen: "Die Androhung einer Räumung im Dreieck zwischen Vermieter, Jobcenter und Migrant ist nur durch eine verlässliche Kommunikation zu verhindern."

Daneben haben beide Gruppen Fahrräder repariert, betreiben Kleiderkammern, Umzugshilfe und so fort. Dass all diese Aufgaben Unterstützung durch die Stadt brauchen, war im Ausschuss Konsens. Allerdings hatte die Verwaltung in ihrem Haushaltsansatz für 2018 lediglich wie im vergangenen Jahr 30.000 Euro für den Verein "Meerbusch hilft" angesetzt. Doch damit kann nicht einmal eine Stelle für einen hauptamtlichen Koordinator finanziert werden.

Daher hatte es ein Gespräch mit der Bürgermeisterin gegeben, dessen Ergebnis, ein Antrag, 63.000 Euro zu bewilligen, nun dem Sozialausschuss vorlag. Irritiert zeigten sich die Ausschussmitglieder darüber, dass keine Stellungnahme oder ein Beschlussvorschlag der Verwaltung auf dem Tisch lag.

Auf Nachfrage von CDU und FDP erklärte der Beigeordnete Frank Maatz, dass die Bürgermeisterin mit diesem Antrag ihre Wertschätzung für den Verein ausdrücke. Man wolle nicht auf die Arbeit von "Meerbusch hilft" verzichten, aber letztendlich müsse die Politik entscheiden.

Doch das mochte diese im Sozialausschuss noch nicht tun, da es offensichtlich bei CDU und FDP keine Mehrheit, beziehungsweise noch Diskussionsbedarf gab. Die Entscheidung wurde daher auf den Hauptausschuss nächste Woche vertagt.

Quelle: RP
 
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