| 00.00 Uhr

Meerbusch
Mehr Männer für den schöneren Klang

Meerbusch: Mehr Männer für den schöneren Klang
Für Konzerte wie in der Christuskirche muss sich der Gospelchor "Spirit of Joy" immer wieder Sänger ausleihen. Auf dem Foto sieht man das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. In der Mitte ist eine Hälfte der insgesamt zehn Sänger zu sehen: Tak Tanaka (von links unten), Ulrich Fezer, Wolfgang Schäfer, darüber Andreas Roller (v.l.) und Michael Hildebrandt. Angelika Rehaag leitet den Chor. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Der Gospelchor "Spirit of Joy" sucht Neuzugänge. Es mangelt derzeit vor allem an männlichen Sängern. Eine Mitgliederkampagne soll das Problem lindern. Willkommen ist jeder, der gerne singt Von Maike Billen

Wer sich etwas ausleihen muss, dem fehlte ja ursprünglich etwas. 59 Mitglieder hat der Meerbuscher Gospelchor "Spirit of Joy", allerdings sind davon nur zehn männlich. Daher leiht man sich für Konzerte oft Sänger von den Schwesterchören aus, die ebenfalls von Angelika Rehaag in der Region geleitet werden. Doch mit den "Leihgaben" soll bald Schluss sein: Ein Arbeitskreis hat eine Mitgliederkampagne entwickelt, um dem Männermangel entgegenzuwirken. Wobei auch Frauen als Neuzugang gewünscht sind.

"Sing with us!" steht vorne auf dem Flyer, der jetzt verteilt wird. Auf der Rückseite finden sich Infos zur Mitgliedschaft. An den nächsten Wochenenden werden in Meerbusch, Neuss, Kaarst und im linksrheinischen Düsseldorf in der Nähe von Frischemärkten mögliche Neumitglieder direkt angesprochen - als Werbegeschenk gibt es einen Apfel: "Der Gehalt an Pektinen in Äpfeln ist sehr hoch, und Pektine machen Stimmbänder geschmeidiger", erklärt Maggie Behne. Singen sei gesund und baue Stress ab. Der Chor möchte sein Einzugsgebiet erweitern. Weitere Aktionen sind in Planung.

"Mit mehr Männerstimmen könnten wir dem energiegeladenen Gospel-Klang noch näher kommen", erklärt Chorleiterin Rehaag. Im Original sei die Musik mit Sopran, Alt und Tenor dreistimmig besetzt. Einige Sänger sind jedoch als Bass eingestuft, daher werden Bass (tief) und Tenor (hoch) als Bariton zusammengefasst. Bariton ist die mittlere männliche Gesangsstimmlage. Sopranistin Inge Ocenasek sagt: "Wenn Männer mitsingen, merke ich, dass meine Stimme ganz anders getragen wird."

Andreas Roller sagt: "Je besser es klingt, desto mehr Spaß macht das Singen." Der Willicher ist vor etwa vier Jahren zu "Spirit of Joy" gestoßen, zum "Geist der Freude". Der 63-Jährige erzählt: "Eine Freundin lud mich zu einem Konzert ein, danach war ich verhaftet." Verhaftet von der mitreißenden Gospelmusik - erst als Zuhörer, nun als Sänger. "An manchen Tagen fühle ich mich k.o. Aber nach der Probe bin ich wieder voller Energie", sagt Barbara Bowe (38).

Auch der soziale Aspekt zähle: "Selbst in den wenigen Minuten vor Probebeginn ergeben sich wertvolle Gespräche", sagt Ralf Schmitz (51). Die verschiedenen Alters- und Berufsgruppen seien eine interessante Mischung. 20 Jahre sang Schmitz im Kirchenchor, bis der aufgelöst wurde. Zufällig entdeckte er vor fünf Jahren die Annonce "Männerstimmen für Gospelchor". Bert Tavender (58) gelangte über einen Gospel-Workshop in den Chor, zuvor spielte er bereits in einer Band. Ihm sei wichtig, dass die Konzerterlöse Benefizzwecken zugutekommen.

Doch selbst wer bisher unorganisiert gerne sang, ist willkommen. Ulrich Fezer ist mit 74 Jahren das älteste Mitglied, wurde aber erst vor drei Jahren sozusagen als Talent entdeckt. Das war bei der Weihnachtsfeier des Christlichen Vereins Junger Menschen in der Rheinterrasse. Fezer erzählt: "Ich betreute Männer, die alleine waren. Jemand von ,Spirit of Joy' saß am Nachbartisch und bemerkte, wie laut und schön ich sang." Seitdem habe er sehr viel über Gesangstechniken gelernt und an Selbstvertrauen gewonnen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Meerbusch: Mehr Männer für den schöneren Klang


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.