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Meerbusch
"Menschen für Menschen" sammeln 1200 Euro für Äthiopien

Meerbusch: "Menschen für Menschen" sammeln 1200 Euro für Äthiopien
Bei der Benefizgala von "Menschen für Menschen" traten unter anderem Stephan Kivel & Co auf. Sie sind der Initiative schon lange verbunden. FOTO: Dackweiler
Meerbusch. Man stelle sich vor: Da kommt ein Mann mit einem Koffer voller Geld und niemand will es haben. So geschehen, als Schauspieler Karlheinz Böhm 1981 seine Wette bei "Wetten, dass..." verlor und ein Land in Afrika suchte, dem er bei der Bekämpfung der Hungersnot helfen könnte.

Bei der Benefizgala des Meerbuscher Arbeitskreises "Menschen für Menschen" anlässlich seines 26-jährigen Bestehens erinnerte Melanie Köhler aus der Zentrale der Hilfsorganisation an diese Anfänge. "Karl hatte damals null Ahnung. Keine Erfahrungen mit Afrika, keine einheimischen Sprachkenntnisse, aber einen unbändigen Willen." Er habe vier Ländern seine Hilfe angeboten, nur Äthiopien habe reagiert. Aus diesen naiven Anfängen sei inzwischen eine effiziente Organisation geworden, von der fünf Millionen Äthiopier profitierten.

Meerbusch ist als eine von wenigen Städten seit vielen Jahren Mitglied im örtlichen Arbeitskreis, den 1988 Oliver Keymis, Heide Dorfmüller, Jochen Wierichs und Karsten Wellnitz gründeten. An diesem Wochenende luden sie zu einer Benefizgala, bei der Spenden von rund 1200 Euro gesammelt wurden.

Der Landtagsvizepräsident Keymis führte launig und wortgewandt durch den abwechslungsreichen Abend, der Erinnerungen, Informationen und künstlerische Beiträge bunt mischte. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westlage dankte in ihrem Grußwort dem Arbeitskreis für ihren langen Atem und ihre kreativen Ideen, mit denen er unermüdlich für sein Anliegen in Äthiopien sensibilisiere. Wierichs machte mit einem Beispiel plastisch, was die Hilfe zur Selbsthilfe bewirke. Während die Menschen in den Projektgebieten früher auf dem Lehmboden geschlafen hätten, könnten sie sich heute von den erwirtschafteten Überschüssen Matratzen leisten.

Den musikalischen Einstieg machte der Schulchor der Pastor-Jacobs-Schule, der unter Leitung von Birgit Kömmling zwei Lieder aus seinem Weihnachtsprogramm vortrug. Die Schule engagiert sich seit Jahren mit Sponsorenläufen für die Äthiopienhilfe. Lieder über die Liebe, das Leben und das Leiden präsentierten "Stefan Kivel & Co", die wie die anderen Künstler ohne Gage auftraten. Kivel ist als alter Schulfreund von Keymis und schon lange der Initiative verbunden. Gleiches gilt für das Gitarren-Duo "Tierra Negra", das eine Kostprobe seines aktuellen Programms darbot. Dass auch Klassik nicht verstaubt ist, bewiesen Thomas und Leah Bloemenkamp (Klavier und Fagott) insbesondere mit einem Tango von Astor Piazzola. Mit zwei äthiopischen Märchen entführten die Schülerinnen Antonia Knospe und Greta Raukes die Zuhörer in die Welt der afrikanischen Mythen. Die beiden Mitglieder des Arbeitskreises engagieren sich vor allem für die Jugend.

"Wir freuen uns, dass an diesem Abend 1.213 Euro Spenden für Äthiopien zusammengekommen sind", bilanziert Wellnitz.

(kir)
 
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