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Meerbusch
Mieten für Einzelhandelsflächen sinken

Meerbusch: Mieten für Einzelhandelsflächen sinken
FOTO: Melanie Zanin
Meerbusch. Die Industrie- und Handelskammer hat den Gewerblichen Mietspiegel für den Rhein-Kreis Neuss veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass die Quadratmeterpreise für die besten Lagen auch im Meerbuscher Stadtzentrum gesunken sind. Von Oliver Burwig

Das Gewerbe im Rhein-Kreis kann aufatmen, und auch Einzelhändler in Meerbusch profitieren von der jüngsten Entwicklung der Quadratmeterpreise für Ladenflächen in innenstadtnahen Bereichen, den sogenannten 1a-Lagen. Waren sie im Jahr 2015 auf 2016 noch um bis zu drei Euro gestiegen, freuen sich künftige Mieter in Meerbuschs besten Standorten jetzt über eine im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich zwei Euro niedrigere Maximalmiete pro Quadratmeter. Die Mieten in den Randlagen sind entgegen dem sinkenden bundesweiten Preistrend stabil, ebenso die Mietkosten für Büro-, Lager- und Produktionsflächen in Meerbusch.

"Angesichts sich ansonsten verschlechternder Rahmenbedingungen für den stationären Einzelhandel begrüßen wir das natürlich sehr", sagt Heike Reiß, Referentin der Wirtschaftsförderung der Stadt Meerbusch. Die gesunkene Miete in den Toplagen sei eine "umittelbare Entlastung" für die Händler. Betrug die Durchschnittsmiete in Toplagen pro Quadratmeter 2016 noch zwischen 20 und 38 Euro (bis 100 Quadratmeter), herrschen laut dem aktuellen Gewerblichen Mietspiegel der IHK Mittlerer Niederrhein nun Preise zwischen 20 und 36 Euro. Bei größeren Geschäften (ab 100 Quadratmeter) blieb die Preisspanne wie im Jahr 2016 zwischen zwölf und 25 Euro.

"Das spricht für die Vermieter, denen daran gelegen ist, inhabergeführte Geschäfte langfristig zu halten", sagt Karl-Josef Matheisen vom IHK-Fachbereich Immobilienwirtschaft. Eine häufige Fluktuation der Mieter spräche nicht für ein funktionierendes Zentrum. Auch Reiß sieht einen Zusammenhang zwischen den gesunkenen beziehungsweise stabil gebliebenen Quadratmeterkosten und den inhabergeführten Geschäften, die besonders in kleinen Städten wie Meerbusch eine große Rolle für die lokale Wirtschaft spielen: "Gerade sie brauchen realistische Mietpreise, um überleben zu können." Um in den Einkaufsstraßen der Ortskerne einen "lebendigen Branchenmix" zu erhalten, stehen Reiß zufolge auch die Immobilieneigentümer in der Verantwortung, die mit ihren Mietpreisen direkten Einfluss ausüben.

Im Vergleich zur Entwicklung der Mietpreise für den Einzelhandel sind die für Büroflächen in Meerbusch nahezu identisch. Für die beste Zentrumslage zahlt man derzeit pro Quadratmeter zwischen zehn und zwölf Euro, am Stadtrand nur vier bis sechs Euro. Noch günstiger sind die ebenfalls konstant gebliebenen Mieten für Lager- und Produktionsflächen: Für einen Quadratmeter einer wärmegedämmten und beheizbaren Halle mit Rampe, Sprinkleranlage, Kranbahn und Tageslicht müssen vier bis 5,50 Euro hingelegt werden, einfache Hallen lassen sich für 2,50 bis drei Euro pro Quadratmeter mieten.

Quelle: RP
 
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