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Meerbusch
Mit Zeichen der Hoffnung ins neue Jahr

Meerbusch: Mit Zeichen der Hoffnung ins neue Jahr
Die Meerbuscher Verdienstmedaille verlieh Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage an Hans-Wilhelm Webers, Felicitas "Feli" Klein und Hans-Otto Ziebarth (v.l.) FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage lud zum Neujahrsempfang nach Osterath. 300 Gäste aus Kultur, Brauchtum, Politik und Kirche waren gekommen. Für drei Meerbuscher gab es die besondere Verdienstmedaille Von Anke Kronemeyer

Für drei Meerbuscher war dieser Neujahrsempfang etwas ganz Besonderes. Denn Felicitas Klein, Hans-Wilhelm Webers und Hans-Otto Ziebarth wurden am Samstag mit der Meerbuscher Verdienstmedaille ausgezeichnet. Damit bedankte sich Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage im Namen der ganzen Stadt bei ihnen für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Felicitas Klein engagiert sich in der Pfarrgemeinde St. Stephanus bei den Frühschichten oder Ausflügen und Pilgerfahrten. Hans-Otto Ziebarth ist im Osterather Sportverein aktiv und einer der ersten, der die Städtepartnerschaft mit Fouesnant belebte. Hans Wilhelm Webers fördert den Gemeinschaftssinn von Nierst auf vielfältige Art und Weise.

Zuvor hatte Angelika Mielke-Westerlage die rund 300 geladenen Gäste aus Politik, Kultur, Sport, Wirtschaft, Handel, Kirche und Schulen, Sozialwesen, Brauchtum und der Verwaltung sowie der japanischen Gemeinde in der Halle auf dem Gelände des JuCa auf das neue Jahr eingestimmt. Und genau für diese nächsten Monate empfahl sie allen Demut und maßvoll zu bleiben. Man könne zwar Pläne schmieden, wisse aber nicht, was heraus kommt. Das treffe sicher auch auf das Thema Flüchtlinge zu, das ganz plötzlich im Sommer auch für die Stadt Meerbusch zu einer nicht vorhersehbaren Herausforderung geworden sei. Mehr als 1000 Flüchtlinge mussten betreut werden, zwei Turnhallen wurden zu Notunterkünften umgebaut. "Klar ist, dass diese Notunterkünfte nicht langfristig als menschenwürdige Bleibe genutzt werden können. Zudem ist es mein erklärtes Ziel, die Sporthallen baldmöglichst wieder ihrer Bestimmung zuzuführen, damit Schul- und Vereinssport nicht länger leiden." Darum müssten weitere Unterkünfte und Wohnraum für die Flüchtlinge und Asylbewerber geschaffen werden. Die Aufgabe, die Flüchtlinge unterzubringen, sei ein großer Druck für alle in der Stadt. "Wir werden lernen müssen, aus Ängsten handhabbare Befürchtungen zu machen. Bürger sein - das ist in diesen Zeiten ein richtiger Job." Denn die Quellen der Kraft eines Staates seien heute nicht mehr nur die Regierung oder die Verwaltung. "Es sind die Bürger selbst", so die Bürgermeisterin.

300 Gäste waren beim Neujahrsempfang in Osterath dabei, der durch die Musik der "Fivephonix" des Sinfonischen Blasorchesters der Böhler-Werke aufgelockert wurde. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Damit bedankte sie sich noch einmal bei allen Ehrenamtlern und Spendern, die sich seit Monaten engagieren. Allen voran beim Verein "Meerbusch hilft". Dem Vorstand mit Ulli Dackweiler und Dirk Thorand überreichte sie einen kleinen Lastwagen mit einigen Geldscheinen auf seiner Laderampe. Mielke-Westerlage gab zu, stolz auf die Meerbuscher zu sein, weil sie sensibel, respektvoll und sachlich mit dem Thema Flüchtlinge umgingen und es niemals "fremdenfeindliche Engleisungen oder gar gewaltsame Übergriffe" gegeben habe.

Aber die Flüchtlinge seien nicht das einzige Thema, dass Meerbusch beschäftige. "Wir wollen die Stadt nach vorne bringen und für die hier lebenden Menschen das Beste bewirken", meinte sie mit Blick auf das Stadtentwicklungskonzept "Meerbusch 2030", auf den Ausbau der Böhlerstraße oder die Sanierung des Hallenbades. Zudem werde das Immobilienkonzept umgesetzt - mit Umbau des Alten Rathauses in Osterath zu einem Verwaltungsstandort oder der Neuordnung der Schulen und Kitas.

Zum Abschluss lobte sie die "Meerbuscher Allianz", die aus vielen Menschen bestehe, die auf unterschiedliche Art und Weise helfen und damit Zeichen der Hoffnung setzen. Dazu gehören für die Bürgermeisterin unter anderem die Rotarier, der Lions-Club oder Einzelhändler, die allein bei einer "Glühweihnacht" mehr als 20.000 Euro für Kinder und Jugendliche sammeln. Und selbst die Aktion von Jungen und Mädchen aus dem Familienzentrum Fronhof, die Gummistiefel und Winterjacken für Flüchtlinge gesammelt hätten, gehört für Angelika Mielke-Westerlage zu diesen "Zeichen der Hoffnung".

Quelle: RP
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