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Meerbusch
Nazi-Bild: Geschichtsverein gegen Teilfreilegung

Meerbusch. Der Meerbuscher Geschichtsverein kritisiert den Vorschlag der Stadtverwaltung, nur einen kleinen Teil des Wandgemäldes im ehemaligen Heim der Hitlerjugend am Dr.-Franz-Schütz-Platz in Meerbusch freizulegen. Diese Variante würdige die Problematik des Dargestellten nur ungenügend, teilte auf Anfrage Mike Kunze mit. Er ist Vorsitzender des Geschichtsvereins Meerbusch und Mitarbeiter unserer Redaktion. Seit Jahren diskutiert die Politik, was mit dem 2,50 mal 4 Meter großen Wandbild im heutigen Verwaltungsbau geschehen soll. In den Fünfzigern wurde das Wandbild, das im Jahr 1939 von Fritz Schlüter gemalt worden war und einen Blick auf ein idyllisches Büderich zeigt, übermalt. Die Politik hat bisher noch keinen Entschluss gefasst - und hält sich öffentlich bisher mit Positionierungen noch zurück. Im nächsten Kulturausschuss soll über den Vorschlag der Stadtverwaltung diskutiert werden, ein zehn mal zehn Zentimeter großes Teilstück des Gemäldes freizulegen und daneben eine erklärende Tafel anzubringen. Geschichtsvereinsvorsitzender Mike Kunze fordert: "Um eine Mahnung vor den Verführungskünsten der menschenverachtenden Nazi-Diktatur am historischen Ort darzustellen, muss das ganze Bild, original oder als - vielleicht auch zeitlich begrenzte - Beamer-Projektion, im Detail erkennbar gemacht und fachdidaktisch erläutert werden. Der sorgsame und verantwortungsvolle Umgang mit der Vergangenheit, um den Gegenwärtigen auch die eigene Verführbarkeit vor Augen zu halten, ist jedenfalls nicht zum Nulltarif zu haben." Das Übertünchen hält er für falsch - dies sei eine "reine Verdrängung der Geschichte".

(sep)
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