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Meerbusch
"Netto" sagt für Deutsches Eck ab

Meerbusch: "Netto" sagt für Deutsches Eck ab
"Netto" zieht nicht ins Deutsche Eck. FOTO: Armin Fischer
Meerbusch. Was wird aus dem Viertel, nachdem Edeka dort vor zwei Monaten ausgezogen ist? Geschäftsleute beklagen Umsatzrückgänge, Anwohnern fehlt ein Lebensmittelmarkt. Morgen lädt die RP zur Mobilen Redaktion Von Anke Kronemeyer und Ulli Dackweiler (Fotos)

Seit 16 Jahren verkaufen Neriman und Adem Erden Obst und Gemüse am Deutschen Eck in Büderich. Aber an so schlechte Umsätze wie in den vergangenen zwei Monaten können sie sich nicht erinnern. "Das sind bestimmt 30 Prozent Umsatzrückgang", sagt Neriman Erden. "Wenn das so weiter geht, sind wir in einem halben Jahr weg. Wir haben genug andere Angebote, einen Laden zu eröffnen." Denn in den vergangenen elf Jahren sorgte der Edeka-Supermarkt von Familie Nettersheim auch bei Familie Erden für Laufkundschaft. Konkurrenz sei der Supermarkt nie gewesen, vielmehr war er auch für sie ein guter Umsatzfaktor.

Aber seit eben zwei Monaten ist alles anders. Nettersheim schloss diese Filiale in Büderich (die an der Lortzingstraße bleibt) und eröffnete einen großen Markt in Osterath. Seitdem ist sowohl für Anwohner als auch für die anderen Geschäftsleute nichts mehr, wie es mal war. Ihr Appell ist darum eindeutig: "Da muss ganz dringend wieder ein neuer Supermarkt eröffnen." Eine Filiale von Netto war mal im Gespräch, das Unternehmen sagte jetzt aber ab. "In das Objekt in Büderich ist kein Einzug einer Netto-Filiale geplant", antwortete eine Sprecherin des Unternehmens auf RP-Anfrage. Das hatte Anfang Oktober noch ganz anders geklungen. Zu dem Zeitpunkt war Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage von der Immobilienmesse Expo Real "mit einem ermutigenden Signal für das Deutsche Eck" zurückgekommen. Es habe Gespräche mit Netto gegeben, berichtete sie noch. Auch mit Rewe hatte sie damals gesprochen - ohne Ergebnis. Über eine Unterschriftenliste hatten sich mehr als 800 Meerbuscher für einen neuen Supermarkt an dieser Ecke ausgesprochen.

Denn vor allem die Anwohner haben die Nahversorgung durch den alten Supermarkt geschätzt. Zum Beispiel Wolf und Hildegard Fix. Sie würden sich über ein Geschäft mit einer guten Fleisch- und Fischtheke freuen. Hans-Joachim Höppner appelliert ganz klar an die Stadtverwaltung, sich für einen guten Lebensmittelladen an dieser Ecke einzusetzen. Vorteil des Areals: "Hier gibt es weniger Parkplatzprobleme als rund um die Dorfstraße."

Für Brigitte Gehlhausen aus der Fass-Bar hat sich in der Kundenfrequenz zwar wenig geändert, gleichwohl vermisst sie selbst den Supermarkt und weiß, dass viele Anwohner ebenfalls darunter leiden.

Von zehn Prozent weniger Kunden sprechen Kurt und Anne Rhein in der Apotheke. Auch hier der Appell an Politik und Stadtverwaltung, sich für eine erneute Belebung des Viertels einzusetzen und "ein klares Bekenntnis" für das Areal abzugeben, so Kurt Rhein. Er hat Angst vor weiteren Schließungen - und davor, seine Personalstruktur ändern zu müssen. Zurzeit seien fünf Mitarbeiter in der Apotheke beschäftigt.

Annette Menke arbeitet beim Optiker Willi Bodewig und empfindet den Leerstand insgesamt als unattraktiv für den Standort. "Wir wünschen uns etwas Neues, das auch attraktiv für andere ist." Vor allem war es für alle Mitarbeiter aus den anderen Läden praktisch, schnell im Supermarkt etwas besorgen zu können. Auch wenn es nur wenige hundert Meter sind, ist vielen der Weg an die Lortzingstraße zu weit.

Quelle: RP
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