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Meerbusch
Neue Blicke auf Haus Meer

Meerbusch. Unter dem neuen Eigentümer Peter Soliman wurden unter anderem Gebäude saniert und überflüssige Bäume gerodet. Von Angelika Kirchholtes

Nach langer Zeit hat sich endlich wieder etwas im Park von Haus Meer getan. Damit will der neue Eigentümer Peter Soliman aus Büderich zeigen, dass ihm das Gelände am Herzen liegt und nach Jahrzehnten wieder an der Bebauung des historischen Geländes arbeiten. Bei einem Parkspaziergang, den der Förderverein Haus Meer regelmäßig anbietet, können die Besucher inzwischen direkt bis in den ehemaligen Schlosshof blicken, weil die wilden Bäume und Büsche, die sich auf dem Grundstück, wo das Schloss stand, angesiedelt hatten, gerodet wurden. "Jetzt hat man zum ersten Mal seit der Sprengung der Schlossruine im Jahre 1959 einen freien Blick auf die Remise", freut sich Reinhard Lutum vom Förderverein.

Die Besucher können zudem einige Fundamente sehen, wo sich früher Terrasse und Wintergarten der Schlossbesitzer, der Familie von der Leyen, befanden, sowie einen Blick in ein Kellergewölbe des ehemaligen Klosters Meer werfen. Das Schlossgrundstück ist der schönste Teil des Geländes, weil nur hier gebaut werden kann, ohne historische Bodendenkmäler zu verletzen. Da das Areal an der alten Römerstraße von Köln nach Xanten liegt, gibt es hier, wie die Grabungen von Hugo Borger aus dem Jahr 1963 beweisen, Relikte, die mehr als 2.000 Jahre alt sind. Die Grabungen wurden damals kurzfristig angeordnet, weil das Gelände Meer als potenzieller Standort einer Autobahn-Rheinquerung im Gespräch war. Inzwischen ist die Flughafenbrücke weiter nördlich gebaut worden.

Peter Soliman hat auch an der Remise sichernde Maßnahmen durchführen lassen. So wurde die Plane erneuert, die Giebel und Wände vor Regen und Schnee schützen. Auch zusammengebrochene Stützpfeiler wurden erneuert. Die Remise war 1658 fertiggestellt worden und wurde im Erdgeschoss für Werkstätten und als Unterstand für Kutschen und Gerätschaften genutzt. Im ersten Geschoss waren Wohnungen untergebracht, wo auch die männlichen Bewohner des Nonnenklosters lebten.

Das Gebäude wurde bis in die 1960er Jahre bewohnt. "Es war ein Ziegelsteinbauwerk, das von außen rosarot geschlemmt war. Weiße Fugen akzentuierten den Anblick", erklärt Lutum. Genauso sehe heute das Eingangstor des Gutshofs Haus Meer aus. Auch an der Immunitätsmauer, die fast das gesamte Areal umgibt, hat der Investor arbeiten lassen. Efeu- und Brombeerranken wurden entfernt, wacklige Teilstücke gestützt. Die Mauer wurde im 19. Jahrhundert nach Norden geöffnet, weil der englische Landschaftsgarten, den der Gartenarchitekt Joseph Clemens Weyhe konzipiert hatte, sich in die freie Landschaft öffnen sollte.

Der Park ist seit 2004 als Gartendenkmal geschützt und soll nach und nach in seiner alten Form wieder errichtet werden. Der Förderverein hat mit Hilfe von Sponsoren vieles aus dem Parkpflegewerk bereits umgesetzt, neue Bäume gepflanzt und alte beschnitten. Im nördlichen Bereich sieht man erste Bodenarbeiten, die das Wegenetz wiederherstellen sollen. Vieles andere bleibt der Phantasie überlassen. So sind Öl- und Wassermühle verschwunden, der dazu gehörige Mühlenbach wurde auf die Außenseite verlegt. Und Vorstellungskraft braucht man auch, wenn man sich vor Augen führen will, wie die Familie von der Leyen und ihre Gäste in dem Park flanierten, sich auf der Terrasse niederließen und den Blick auf die Allee gen Osterath genossen.

Quelle: RP
 
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