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Meerbusch
Neue Stromtrasse von Osterath nach Gohr mit höheren Masten

Meerbusch. Seit Jahren wird an der Höchstspannungsleitung Osterath-Gohr geplant, die eine 90 Jahre alte Freileitung ersetzt. Von Christoph Kleinau

"Leere" Strommasten, die ohne Kabelbehang westlich der Autobahn 57 in den Feldern stehen, zeigen an, dass es mit dem Bau der Höchstspannungsleitung von den Windkraftparks in Norddeutschland zu den Wirtschaftszentren Baden-Württembergs vorangeht. "Wir rechnen in Kürze mit der Genehmigung", bestätigt auch Andreas Preuß vom Netzbetreiber Amprion mit Blick auf den Abschnitt von Meerbusch-Osterath bis nach Gohr und weiter über nach Rommerskirchen nach Sechtem bei Bornheim.

Der Abschnitt von Osterath bis Sechtem ist nach Darstellung des Amprion-Sprechers der letzte Teilabschnitt der Trasse, die von Meppen im Emsland über Wesel kommt und über Koblenz weiter in die Ballungsräume im Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Gebiet geführt wird - und ist noch im Genehmigungsverfahren. In Teilen ist die Höchstspannungsleitung, der im Energieleitungs-Ausbaugesetz eine hohe Priorität eingeräumt wird, schon in Betrieb. Nicht zuletzt in der Ortslage Neuss muss sie aber noch ertüchtigt werden. Denn die Freileitung mit 220 Kilovolt (kV) Spannung wird durch eine mit 380 kV ersetzt.

Im Klartext heißt Ertüchtigung, dass die alten Masten durch neue und vor allem höhere ersetzt werden. Dem Wunsch der Neusser Bürgerinitiative (BI) "Pro Erdkabel", auf diese Stahlträger ganz zu verzichten und die Kabel unter der Erde verschwinden zu lassen, wird nicht entsprochen. Man sei stolz, dass mit der Verschwenkung der Trasse das Minimalziel erreicht worden sei, sagt in Neuss BI-Sprecher Willi Traut. Nun wird oberirdisch gebaut. Für die Freileitung von Osterath nach Rommerskirchen heißt das: Auf etwa 20 Kilometer Strecke werden 53 Masten neu errichtet. 22 davon entstehen im Neusser Stadtgebiet, das parallel zu einer schon bestehenden 380-kV-Leitung auf 9,4 Kilometer Länge von der zweiten Leitungstrasse durchquert wird. Eine Sonderregelung gibt es für das 2,3 Kilometer lange Teilstück in Reuschenberg/Holzheim.

Die neuen Masten werden bis zu 77 Meter hoch und damit deutlich höher als die der alten 220-kV-Leitung, die im Jahr 1926 gebaut wurde und die es zu ersetzen gilt. "Im Gegenzug", so betont Preuß, "werden 81 Masten der zu ersetzenden Freileitungsverbindung entfallen." Weitere 26 Masten einer 110-kV-Freileitung waren bereits im Frühjahr 2010 demontiert worden.

Im Vorgriff auf diesen Trassen-Neubau, den Amprion mit 40 Millionen Euro veranschlagt, wurden die alten 220-kV-Leitungen auf den alten Trägern schon tot gestellt und zum Teil demontiert.

Quelle: RP
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