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Meerbusch
Neue Unternehmen für Meerbusch

Meerbusch. Mehr angemeldete Gewerbebetriebe, aber auch mehr Anmeldungen - Wirtschaftförderin Reiß fordert neue Gewerbegebiete. Von Sebastian Peters

In NRW sinkt die Zahl der Gewerbeneuanmeldungen, in Meerbusch gibt es aber einen gegenläufigen Trend: 1,7 Prozent mehr Gewerbeneuanmeldungen als im Vorjahr gab es in Meerbusch im Jahr 2015. Diese Zahl hat jetzt das Statistische Landesamt veröffentlicht. 638 Betriebe sind demnach in Meerbusch im vergangenen Jahr insgesamt angemeldet worden. Diese Zahl ist im Vergleich zu den anderen Städten des Rhein-Kreises hoch - nur Neuss hat mit 1517 Neuanmeldungen mehr neue Gewerbebetriebe.

Heike Reiß, städtische Wirtschaftsförderin, freut sich über die Entwicklung: "Nach unseren eigenen Erhebungen liegen wir sogar bei 673 Neuanmeldungen in 2015, es sieht so aus, als ob die Statistiker des Landes den Monat November vergessen haben." Durchschnittlich gebe es 50 bis 60 neue Gewerbeanmeldungen pro Monat in Meerbusch. Sie verweist auch auf ein weiteres Ranking: Demnach belegt Meerbusch von allen NRW-Städten bei den Gewerbe-Neuanmeldungen den 41 Platz. "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind mit dem Beratungsservice für Unternehmen, die sich hier neu ansiedeln, aber auch mit der Bestandspflege dem Netzwerken."

Neuansiedlungen 2015 waren etwa das Reisebüro Tiggelkamp in Osterath, die "Masche" in Lank, die mit Wolle handelt, und zwei neue Geschäfte auf der Dorfstraße für Mode und Accessoires. Auf dem Areal Böhler hat sich die Agentur e.s.n. angesiedelt, das Unternehmen Avato, zu Bertelsmann gehörig, hat sich in Büderich angesiedelt, digicom auf der Breitestraße in Osterath.

Diese Ansiedlungen geben der Wirtschaftsförderin Rückenwind, doch es gibt auch die Kehrseite der Medaille: Überraschend hoch ist in Meerbusch auch die Zahl der abgemeldeten Betriebe. 608 Unternehmen meldeten 2015 ihr Gewerbe ab, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 15,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Rhein-Kreis-Durchschnitt liegt die prozentuale Entwicklung der der Abmeldungen bei 5,6 Prozent.

Wirtschaftsförderin Heike Reiß sieht deshalb die Notwendigkeit, neue Gewerbeflächen zu schaffen. "Wir haben kaum noch größere Flächen, für Neuansiedlungen ist kaum Platz." Nur 1,43 Prozent der Flächen in Meerbusch seien Gewerbeflächen. "Das ist im Vergleich mit den anderen Kommunen sehr wenig", sagt Reiß. Einige Handwerksbetriebe in den Stadtteilen seien schon auf sie zugekommen und hätten darauf hingewiesen, dass sie an ihren jetzigen Standorten nicht mehr expandieren können, also neue Flächen suchen müssen.

Ein aktuelles Beispiel für eine Abwanderung ist die Firma SimoNatal aus Meerbusch, die ihren Sitz mangels Erweiterungsfläche nach Krefeld verlegt und neue Räume mit 630 Quadratmetern Fläche im Gewerbegebiet am Siemesdyk 64 bezieht. SimoNatal ist Hersteller des BabyDorm-Kopflagerungskissen und hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Lagerungs- und Therapiekissen spezialisiert. "Unser bisheriger Standort in Osterath reicht flächenmäßig nicht mehr aus. Neben dem Lager und Versand müssen auch die Vertriebsräume vergrößert werden", sagt Geschäftsinhaber Jörg Kroes. 2005 gegründet, erreichte die Firma nach eigenen Angaben die Marktführerschaft für Kopflagerungskissen und einen deutlichen geschäftlichen Zuwachs.

Solche Fälle sind Argumente für eine Erweiterung der Gewerbeflächen. Heike Reiß betont aber auch: "Wir brauchen nicht fünf neue Gewerbegebiete, sondern sollten uns jeden Schritt gut überlegen." 20 Hektar Flächen habe Meerbusch noch als Reserve, andere Flächen seien ebenfalls Entwicklungsareale, aber nicht im städtischen Besitz, etwa auf dem Böhler-Areal. Flächen gebe es auch noch im Strümper Gewerbegebiet Bundenrott. Gefragt seien heute vor allem Hallen mit Büroräumen, sagt Reiß. Ein Positivbeispiel ist für sie die Entwicklung des Böhler-Areals mit 156 verschiedenen Unternehmen, die dort mittlerweile ansässig sind. Eine ähnliche Entwicklung kann sie sich auch im Interkommunalen Gewerbegebiet mir Krefeld an der A 44 vorstellen.

Der Meerbuscher Rat soll in Kürze entscheiden, ob die Stadt Meerbusch die Planung eines Interkommunalen Gewerbegebietes mit Krefeld fortsetzt.

Quelle: RP
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