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Meerbusch
Neue Würde für ein altes Denkmal

Meerbusch: Neue Würde für ein altes Denkmal
Franz Jürgens (l.) und Karl-Heinz Thelen vom Heimatkreis freuen sich über das wieder hergerichtete "Jünglingsdenkmal" am Issemer Platz. FOTO: Dackweiler
Meerbusch. Der Heimatkreis Lank hat das "Jünglingsdenkmal" am Issemer Platz, das an Gefallene der beiden Weltkriege erinnert, sanieren lassen. Unterstützung leisteten Handwerksbetriebe und die Stadt. Von Marlen Kess

Christus hält den sterbenden Soldaten sanft im Arm, es ist eine tröstende Geste. Zuletzt war das kunstvoll gearbeitete Relief des Denkmals am Issemer Platz kaum zu erkennen, jetzt erstrahlt es wieder in neuem Glanz. Der Heimatkreis Lank hat das Denkmal in den vergangenen zwei Jahren aufwendig restaurieren lassen. Unterstützt wurde das Projekt von lokalen Handwerksbetrieben, die die Arbeiten ehrenamtlich erledigten, und dem städtischen Grünflächenamt, das gleichzeitig den Issemer Platz sanierte.

"Lange stand das Denkmal unscheinbar und fast verfallen in der Ecke", sagt Franz-Josef Radmacher, Vorsitzender des Heimatkreises. "Es ist ein Wunder, dass es nicht abgeräumt wurde." Dabei hat das aus Ziegel, Sandstein, Marmor und Metall gearbeitete Denkmal eine lange Geschichte: Schon 1920 wurde es vom katholischen Jünglingsverein Lank errichtet, der später im Turnverein aufging. Es sollte an die im Ersten Weltkrieg getöteten Turner erinnern. Das Relief schuf der Gocher Künstler Josef Kellete, zur Eröffnung am 26. Juni 1920 kamen Hunderte Menschen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die originale Platte, auf der die Namen der gefallenen Turner aufgeführt waren, durch eine neue ersetzt, damit an die Toten beider Kriege erinnert werden kann. "Danach verfiel das Denkmal immer mehr", berichtet Karl-Heinz Thelen, der das Projekt des Heimatkreises als Bauleiter verantwortete. "Das wollten wir ändern und haben 2014, 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, dazu eine Werksgruppe gegründet."

Thelen konnte schnell viele Lanker Handwerksbetriebe für das Projekt gewinnen. "Ihre Arbeitsstunden und das Material im Wert von über 5.000 Euro haben die Betriebe dem Heimatkreis geschenkt", erzählt Thelen begeistert. Das Sandsteinrelief wurde von Bildhauermeistern der Familie Lorenzen gereinigt und wie die neu gestrichene Platte mit Goldelementen versehen. Dachdecker der Firma Bödicker fertigten zudem eine neue Schutzhaube an. Das Edelstahlkreuz stammt von der Firma Winkler, die rückseitige Wand wurde von der Latumer Bau GmbH restauriert und vom Malermeister Karl Schmalbach verputzt und gestrichen.

Die Heimatfreunde wurden bei ihrem Projekt zudem von Ulli Wetter vom Turnverein Lank und Michael Betsch, Bereichsleiter Grünflächen bei der Stadt Meerbusch, unterstützt. "Wir haben die Initiative des Heimatkreises zum Anlass genommen, auch den Platz drumherum aufzuwerten", sagt Betsch. "Auf eigene Kosten von nochmals ca. 5000 Euro haben wir das Denkmal freigestellt, die Grünflächen geordnet, einige Bäume gepflanzt und neue Bänke aufgestellt."

Karl-Heinz Thelen: "Der Issemer Platz und das Jünglingsdenkmal sind jetzt viel schöner und werden auch besser besucht." Und Franz Jürgens, Geschäftsführer des Heimatkreises, bestätigt: "Wir wollten die Würde dieses Ortes wieder herstellen - das ist uns in jedem Fall gelungen."

Quelle: RP
 
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