| 00.00 Uhr

Meerbusch
Neuer Anlauf für Friedhof im Wald

Meerbusch: Neuer Anlauf für Friedhof im Wald
Letzte Ruhe unter Bäumen: Werden künftig Urnen im Waldgebiet Meererbusch beigesetzt? Darüber entscheiden am 10. Juni die Politiker im Bauausschuss. FOTO: Friedwald GmbH
Meerbusch. Umdenken bei der Stadtverwaltung: Sie befürwortet jetzt die Aufnahme von Verhandlungen für die Ansiedlung eines Friedwalds im Meererbusch. Nächste Woche befasst sich der Bauausschuss mit dem Thema Von Martin Röse

Vor drei Jahren ist die Firma Friedwald in Meerbusch noch mit ihrem Ansinnen gescheitert, einen Friedhof im Waldgebiet des Meererbuschs anzulegen. Bei den von der Friedwald angebotenen Bestattungen wird die Asche Verstorbener in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Erdbestattungen im Sarg sind dort nicht möglich. Auf einem Teilgelände des Osterather Friedhofs bietet die Stadt seit 2013 selbst eine letzte Ruhestätte unter Bäumen an - nachdem sie dem privaten Betreiber keine Genehmigung erteilte.

Zwar wollte die Friedwald GmbH die Stadt Meerbusch als Träger mit drei Prozent der Entgelte beteiligen. "Dies würde nach dortigen Angaben mittelfristig 10 000 bis 15 000 Euro jährlich entsprechen", erklärte der zuständige Dezernent Just Gérard damals. Aber wenn sich nur 25 Meerbuscher pro Jahr für eine Bestattung im Friedwald entscheiden würden, hätte das für die Stadt einen Einnahmeausfall von mehr als 23 000 Euro zur Folge, rechnete er damals vor. Bei 100 Bestattungsfällen entgingen der Stadt so knapp 94 000 Euro, so Gérard. Die Friedwald GmbH zweifelte damals die Zahlen an.

Und auch bei der Verwaltung gab es jetzt ein Umdenken: "Das Konzept der Friedwald GmbH entspricht grundsätzlich den fortschreitenden Veränderungen in der Bestattungskultur und einem daraus resultierenden veränderten Nachfrageverhalten bei der Auswahl von Grabstätten", sagt Gérard. "Die Verwaltung befürwortet daher nunmehr die Aufnahme von Verhandlungen." Aufgrund der 99-jährigen Laufzeit sei aus seiner Sicht zu gewährleisten, dass alle entstehenden Gebührenausfälle auf den städtischen Friedhöfen in voller Höhe ausgeglichen und mögliche finanzielle Nachteile für die Stadt Meerbusch ausgeschlossen werden.

Das Waldgelände ist im Besitz des Freiherrn von der Leyen. "Mit einem Friedwald im Meererbusch können wir das Waldgebiet auch in Zukunft so gestalten, wie die Bürger von Meerbusch es gerne erleben: Als Wald mit imposanten und interessanten Baumpersönlichkeiten und guten Wegen, in dem man sich ungestört erholen kann."

Am Mittwoch, 10. Juni, steht das Thema auf der Tagesordnung des Umwelt- und Bauausschusses. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Bürgerhaus Lank, Wittenberger Straße 21. Bürger sind herzlich eingeladen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Meerbusch: Neuer Anlauf für Friedhof im Wald


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.